Dienstag, 21. Mai 2013

Haus Kemnade am 17.05.2013


Es war in den letzten Tagen kein richtiges Maiwetter, sondern eher typisches Aprilwetter, das heißt: es war wechselhaft und regnete oft. Es war aber nicht kalt. Und an diesem Abend, obwohl es etwas trübe war, regnete es gottseidank nicht (ich musste also keinen Schirm mitnehmen, liebes Ehrlich-Forum!).

Ich verließ am Abend meine Wohnung um 19.30 Uhr, ging zur Bushaltestelle an der Königsallee und fuhr mit dem Bus CE31 bis zum Haus Kemnade. Weil ich noch etwas Zeit hatte, spazierte ich erst noch ganz um die Burg herum, und genoss die Frühlingsluft. Der Wassergraben rund um die Burg ist leider schon seit einiger Zeit so gut wie ausgetrocknet, was ich sehr schade finde, denn jetzt passt die Bezeichnung „Wasserburg“ nicht mehr so ganz. Und so wie es aussieht, hilft wohl auch kein Regen mehr, um den Graben wieder voll zu machen. Dann ging ich gemütlich ins Burggelände. Zuerst schaute ich kurz in die Partyscheune, wo diesmal nichts und niemand war, dann ging ich hinüber zum Restaurant.

Ich hatte meinen üblichen Stammplatz.

Im Restaurant war diesmal nicht so viel Betrieb wie sonst, was aber, wie ich dann hörte, am Freitag vor Pfingsten nicht ungewöhnlich sei. Außerdem war wohl auch in Hattingen ein größeres Fest an diesem Abend. Im Kaminzimmer nebenan saßen Heinz und Birgit Bruns und ich sagte kurz Hallo, bevor ich an meinem Tisch Platz nahm. Weitere Personen von der Belegschaft waren Hendrik, der mich an diesem Abend auch bediente, freundlich und zuvorkommend wie immer, und mit dem ich mich zwischendurch auch immer mal wieder kurz unterhielt. Er erzählte mir zum Beispiel von seiner baldigen Hochzeit mit Denise. Und er trug mich schon für das Hoffest im Juli ein, ohne dass ich etwas sagen musste. In das Menü, das ich mir diesmal zusammenstellte, flossen selbstverständlich die zur Maienzeit angesagten Leckereien ein, insbesondere natürlich Spargel, Bärlauch und Erdbeeren. Als Hauptgericht nahm ich, wie es bei mir im Haus Kemnade fast schon üblich ist, Wild.

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Und hier ist das Menü dieses Abends:

Als Aperitif ein Glas Maibowle
(Waldmeister mit Weißwein und Prosecco).

Als Amuse Bouche gab es etwas Rindfleisch-Käse-Salat.

Begleitend zum Menü eine Flasche Mineralwasser (Herzog life)
sowie ein Körbchen mit einer kleinen gemischten Brotauswahl.

1. Gang – Vorspeise:
„Kemnader Dreierlei“
Gebackene Maiskölbchen mit Guacamole,
marinierter Spargel in Gazpacho
und hausgemachter Pilzstrudel mit Dip

2. Gang – Suppe:
Krustentier-Rahmsuppe
mit Shrimps und Cognacsahne

3. Gang – Fisch:
Filet von der Lachsforelle
mit Kartoffelschuppen und Spargelragout

Wein von der Vorspeise bis zum Fisch:
„Oberkircher Winzer“, ein „Rivaner“ aus Baden
(ein trockener, fruchtiger Weißwein aus 2012)

4. Gang – Hauptgericht:
„Variation vom heimischen Wild“
Wildragout, Streifen vom Hirschbraten und Wildbratwürstchen
mit Bärlauchserviettenknödel und Würzblumenkohl

Wein beim Hauptgericht:
Tudejem“, ein „Vino de la Tierra de Castilla“
(ein trockener spanischer Rotwein aus 2009)

5. Gang – Dessert:
„Hugo Schneeball“
mit Erdbeer-Minz-Sorbet gefüllt,
auf Erdbeerragout und Prosecco-Limettenschaum

Danach noch einen Kaffee und einen Cognac „Otard“.

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Dieses Menü war einfach ausgezeichnet, sowohl die Speisen als auch die dazu gereichten Weine, die ich mir wie immer empfehlen ließ. Es wurde also ein wunderbarer kulinarischer Abend mit allem, was dazu gehört. Die anderen Gäste gingen alle vor mir, und so war ich am Ende der letzte Gast. Weil an diesem Abend so wenig Betrieb war, führte dies wohl auch dazu, dass mein Menü dieses Mal schneller ging als sonst und ich eine halbe Stunde früher ging als sonst (und das, wie gesagt, als letzter Gast). Nachdem ich dann so gegen 23.15 Uhr bezahlt hatte, verabschiedete ich mich im Restaurant und ging zur Bushaltestelle vor der Burg. Leider fährt der Bus aber freitags abends nur stündlich, wie ich dann feststellen musste (und ich hatte gedacht, halbstündlich!). Weil ich nicht eine halbe Stunde an der Bushaltestele stehen wollte und es nicht mehr sehr warm war, ging ich wieder zurück ins Restaurant. Hendrik hatte – dankenswerterweise – extra für diesen Fall gewartet und noch nicht abgeschlossen. Ich unterhielt mich dann noch an meinem Tisch eine Weile mit Hendrik, bei einem weiteren Cognac, und so ging dann auch diese halbe Stunde herum.

Dann verabschiedete ich mich zum zweiten Mal und ging zur Bushaltestelle. Um 23.50 Uhr fuhr ich mit dem Bus wieder zurück. Gegen 0.25 Uhr traf ich wieder zu Hause ein.
Dort sah ich mir bei Kaffee und Cognac noch einen guten Film an. Welcher Film das war, mögen die treuen Leser dieses Blogs selbst erraten.

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Dienstag, 23. April 2013

Borgböhmer´s Waldesruh am 19.04.2013

Ein besonderes Restaurant im Grünen.

Im Weitmarer Forst in Bochum-Sundern, also mitten im Grünen, liegt das Restaurant „Waldesruh“ der Familie Borgböhmer. Dieses Restaurant hatte ich im August 2002 durch „Bochum Kulinarisch“ kennengelernt. Im Herbst 2002 war ich dort erstmalig zum Essen und schwer begeistert, sowohl vom Haus als auch von dem, was Küche und Keller zu bieten hatten. Bei diesem ersten Besuch, als man mich noch nicht kannte, wurde ich für einen Tester gehalten (was mir übrigens schon öfter passiert ist!). In den folgenden Jahren wurde ich dort Stammgast und ging in regelmäßigen Abständen hin. Mit den Brüdern Borgböhmer – Heino (dem Manager) und Gerd (dem Küchenchef), stand ich irgendwann sogar auf „Du“. „Ach, da ist ja wieder unser liiiiieeber Gourmet.“, sagte Heino immer, wenn ich ankam. Die Besuche bei Borgböhmer waren jedenfalls immer ein besonderes Gastronomie-Erlebnis und fest in meinem kulinarischen Jahresplan.

Die neue „Waldesruh“ bei Tage.

Dann aber war es plötzlich damit vorbei, denn am 13. März 2010 kam der verheerende Brandanschlag, der die „Waldesruh“ komplett vernichtete. Doch es konnte und durfte nicht sein, dass ein so bekanntes, beliebtes und traditionsreiches Bochumer Lokal damit für immer verschwand, und so bauten die Brüder Borgböhmer die „Waldesruh“ wieder auf – zu neuem Glanz und mit einem neuen Gesicht. Im Sommer 2011 war der Wiederaufbau abgeschlossen und die „Waldesruh“ wurde neu eröffnet. 2012 waren die Borgböhmers auch bei „Bochum Kulinarisch“ wieder dabei (ich berichtete). Und ich hatte mir schon seit langem vorgenommen, endlich mal wieder dort hinzugehen und das neue Haus persönlich kennenzulernen, doch dann kam meist etwas dazwischen und ich schob es immer wieder auf. Doch „aufgeschoben“ ist ja nicht „aufgehoben“ - erst recht nicht in diesem Fall. Und so tat ich am Freitag, dem 19. April endlich das, was ich schon seit langem tun wollte: Endlich mal wieder bei Borgböhmer essen gehen und die neue „Waldesruh“ kennenlernen!

Die Brüder Heino und Gerd Borgböhmer.

Das Wetter ist nach diesem sehr langgezogenen Winter in diesem Jahr nun endlich besser geworden, und man merkt endlich, dass Frühling ist – allerdings macht sich nun auch der Heuschnupfen bemerkbar. Jedenfalls war es an diesem Abend angenehm und trocken. Ich fuhr mit dem Taxi hin (wie ich es auch damals schon gemacht habe). Zuerst sah ich mir die „Waldesruh“ von außen an, dann ging ich hinein. Innen war überall ein sehr edles, geschmackvolles Ambiente. Als ich mich an der Theke vorstellte, wurde ich in den ersten Raum geführt, den sogenannten „Smaragd-Salon“, wo ich mir meinen Tisch sogar selbst auswählen konnte, da an diesem Abend nicht sehr viele Gäste da waren und in diesem Raum außer mir nur noch ein weiterer Tisch besetzt war. Und so wählte ich den Tisch, von dem aus man durch das Fenster die beste Aussicht auf die Minigolf-Anlage und die umliegende Natur hatte, bis hin zur Sternwarte (auch wenn es während des Essens dunkel wurde).

Der „Smaragd-Salon“, in dem ich an diesem Abend speiste.

Dann wählte ich meine Speisen und Getränke aus. Und wie bereits damals schon, so stellte ich mir auch jetzt wieder ein excellentes Menü in fünf Gängen zusammen und wählte auch die passendes Weine hierzu aus, welche karaffenweise serviert wurden. Bedient wurde ich übrigens von Herrn Schmidtpeter und Herrn Ivan. Letzteren kannte ich noch aus der „alten“ Waldesruh.

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Und hier ist das Menü dieses Abends:

Als Aperitif ein Sherry Dry.

Als Amuse Bouche gab es etwas Lachsmousse mit Baguette.

1. Gang – Vorspeise:
Gebratenes Filet vom Kaninchen
mit frischen Kräutersaitlingen und Cumberland-Preisselbeeren
an Blattsalaten in Aprikosen-Vinaigrette

2. Gang – Suppe:
Badisches Kartoffelcrémesüppchen
mit Lauch und geräuchertem Lachs und Forelle

3. Gang – Fisch:
Gebratene Jakobsmuscheln
an Blattspinat, Tomate und Champignons
mit Kräuterbutter gratiniert

Wein von der Vorspeise bis zum Fisch:
Sauvignon Blanc,
ein leichter Weißwein aus Südafrika, 2011

4. Gang – Hauptgericht:
Rumpsteak „Strindberg“
vom argentinischen Black-Angus-Rind
unter einer Zwiebel-Senf-Kruste,
dazu Pfeffersauce, Bratkartoffeln und gemischte Pilze

Wein beim Hauptgericht:
Côtes du Rhone,
ein trockener französischer Rotwein, 2010

5. Gang – Dessert:
Créme brûlée mit frischen Früchten,
dazu Gourmet-Eiscréme am fruchtigem Himbeermark

Danach noch einen Kaffee.

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Dieses Menü war einfach ausgezeichnet, sowohl die Speisen als auch die dazu gereichten Weine. Es wurde also ein wunderbarer kulinarischer Abend mit allem, was dazu gehört in der neuen „Waldesruh“. Jetzt merkte ich richtig, wie sehr ich es vermisst hatte! Während des Desserts kam Heino Borgböhmer zu mir an den Tisch, begrüßte mich und setzte sich zu mir. Auch Gerd kam kurz vorbei und wir unterhielten uns einen Moment. Die anderen Gäste waren mittlerweile gegangen, so dass ich am Ende der letzte Gast war.

Nachdem ich dann bezahlt hatte, führte mich Heino durch die neue „Waldesruh“ und zeigte mir alles: Die diversen Räume für die Gäste, alle unterschiedlich groß und sehr exquisit und edel eingerichtet, und mit sehr schönen Namen wie z.B. Bellevue, Belvédère, Bernsteinstube, Smaragd-Salon, und – für jüngere Gäste – der Partyraum „Borgis“. Auch die Küche und den Weinkeller zeigte er mir. Ich muss zugeben, dass ich geradezu begeistert bin von dem neuen Haus und seinem Ambiente. Anschließend setzen Heino und ich uns noch nach vorne in die Halle, tranken noch einen leckeren Cognac (und ich glaube, später auch noch ein Bier) und unterhielten uns noch eine Weile über verschiedene Dinge. Später rief ich dann über mein Handy ein Taxi, was etwas dauerte, bis es kam, weil an diesem Abend in Bochum wieder irgendetwas mit Fußball war. Dann verabschiedete ich mich und fuhr mit dem Taxi wieder nach Hause, wo ich, so glaube ich, um kurz vor 1.00 Uhr eintraf.

Ich versuchte noch, mir dann noch einen guten Film anzusehen (allerding ohne Cognac, denn den hatte ich ja schon!), aber ich war dann doch schon zu müde und schlief irgendwann ein.

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Dienstag, 5. März 2013

Pablo am 02.03.2013


Heute war es sonnig, trocken und auch nicht mehr ganz so kalt. Ich fuhr mit der Bahn bis zur Wasserstraße und ging den Rest zu Fuß. Das „Pablo“ war sehr gut besucht, aber das war mir ja schon bei meiner telefonischen Reservierung angekündigt worden, dass es sehr voll würde (aber das macht ja nichts, und für eine Person ist ja immer noch ein Platz frei). Anwesende Personen von der Belegschaft waren unter anderem Jana, die Inhaberin, sowie Christina und Sarah, die mich bedienten, sehr freundlich und zuvorkommend. Ich hatte diesmal einen Tisch an der Seite, wo ich sonst auch immer sitze.

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Und hier ist das Menü dieses Abends:

Als Aperitif ein Wodka Martini.
(natürlich geschüttelt, nicht gerührt!)

Als Amuse Bouche ein kleines Tomaten-Bruschetta.

Begleitend zum Menü ein Mineralwasser.

1. Gang – Vorspeise:
„Tapas Variadas de Pescado“
Gambas im heißen Oliven-Knoblauch-Öl, paniertes Krebsfleisch 
mit Sweet-Chili-Sauce, eingelegte Sardellenfilets, frittierte Sardellenfilets, Meeresfrüchte-Salat, Oliven mit Anchovis, 
dazu Aioli mit Brot

2. Gang – Suppe:
Tomatensuppe mit Chorizo
(spanische Paprikawurst)

Wein bei der Vorspeise und der Suppe:
„Marques de Caro“, ein spanischer Weißwein
(eine Karaffe zu 0,5 l)

3. Gang – Hauptgericht:
Lammkotelettes vom Grill
mit frischen Kräutern und Knoblauch,
dazu Rosmarinkartoffeln und Blattspinat

Wein beim Hautgericht:
„Canforrales Crianza“, ein spanischer Rotwein
(eine Karaffe zu 0,5 l)

4. Gang – Dessert:
Drei Kugeln Eis von „Plückthun“:
Vanille, Stracciatella und Karamel

Danach noch einen Kaffee und einen sehr guten Brandy.

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Dieses Menü war einfach ausgezeichnet, sowohl die Speisen als auch die dazu gereichten Weine. Es wurde also wieder ein wunderbarer spanischer Abend mit allem, was dazu gehört. Nach Beendigung des Menüs und Bezahlung verabschiedete ich mich im Restaurant. Mein nächster Besuch im „Pablo“ wird voraussichtlich im Juni, so um den Sommeranfang herum, stattfinden (hoffentlich steht dann die berühmte „galizische Fischsuppe“ auf der aktuellen Karte).
Dann ging ich zur Wasserstraße zurück und fuhr mit der Bahn wieder nach Hause. Dort sah ich mir bei Kaffee und Cognac noch einen guten Film an:



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Freitag, 1. März 2013

Ist das der wahre Heino?

Und wie du wieder aussiehst ...

Nachdem ich im letzten Artikel über etwas berichtet habe, was mich wütend macht, möchte ich jetzt in aller Kürze etwas erwähnen, was mich aktuell sehr erheitert und amüsiert: Nämlich dass Heino jetzt deutsche Rock- und Pop-Hits nachsingt. Songs von z.B. Rammstein oder den Ärzten werden auf seine eigene besondere Art nachinterpretiert. Hören Sie mal rein:

video

Auch mit 74 Jahren ist Heino noch nicht müde und beschreitet neue Wege. Die Kultfigur der deutschen Musikszene wird eben nicht alt. Ich erinnere mich noch daran, dass schon meine Oma ein Fan von Heino war und ihn im Fernsehen immer gerne sah und hörte. Ob meine Oma allerdings den neuen Stil von Heino gut finden würde, weiß ich nicht. Es ist aber davon auszugehen, dass er mit diesem neuen Stil auch eine jüngere Zielgruppe erreichen möchte. Auch wenn man dieses Nachsingen deutscher Pop-Songs im Heino-Stil als Veräppelung sehen möchte, muss ich sagen: Ich finde es absolut „cool“!

In diesem Sinne: Mach weiter so, Heino!

Übrigens: Dass Heino nun auf diese Weise auch mal andere „veräppelt“, nachdem er selbst jahrzehntelang veräppelt wurde, finde ich nur fair. Eine der größten und bekanntesten Veräppelungen von Heino sehen wir z.B. hier:


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Donnerstag, 28. Februar 2013

Ein neues Meisterstück der Justiz

Wer stoppt diese Wahnsinnigen endlich?

Obwohl ich mittlerweile genau weiß, wie bösartig, skrupellos, korrupt, geistlos, unmenschlich, lebensfremd, grauenhaft, unverständig, blindwütig, krank und lebenszerstörend die Justiz in diesem unserem Lande ist, werde ich immer wieder auf´s Neue überrascht. Der Fall, der mich aktuell auf die Palme bringt und selbst mir als völlig Unbeteiligtem schon richtig physisch und psychisch wehtut (wie sicher jedem noch halbwegs menschlich und gerecht denkenden und fühlenden Menschen), ist der hier:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/dna-probe-von-jugendlichem-gestoppt-karlsruhe-soll-ueber-knutschfleck-entscheiden-1.1594663

Ein weiterer Bericht (taz):
http://www.taz.de/Verfassungsgericht-stoppt-DNA-Probe/!110603/

Also, ein 14-jähriger hat mit einer 13-jährigen Klassenkameradin geknutscht, offensichtlich auch mit Einverständnis des Mädchens. Das Mädchen kommt mit einem Knutschfleck nach Hause und die Eltern zeigen den Jungen daraufhin wegen Kindesmissbrauchs (!) an (allein das ist schon krank bis zum Geht-nicht-mehr). Und sie kommen damit allen Ernstes bei der Justiz auch noch durch! Das Jugendgericht Arnstadt (Thüringen) verurteilt den Jungen zu 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Doch das ist noch lange nicht genug: Jetzt verlangt das Amtsgericht Erfurt noch allen Ernstes eine DNA-Probe von dem Jungen zur Speicherung in eine Datei für Sexualstraftäter! Hallo – geht’s noch?
Darüber entscheidet jetzt das Bundesverfassungsgericht (so weit ist es also schon!). Und der Steuerzahler darf für diesen Wahnsinn auch noch schön bezahlen.

Als erstes würden mich mal die Namen der Richter interessieren, sowohl aus Arnstadt als auch aus Erfurt, die diesen Wahnsinn zu verantworten haben. Falls jemand die Namen weiß, möge er mich bitte kontaktieren. Diesen Richtern gebührt in einer Datenbank für juristische Fehlleistungen und juristischen Wahnsinn wahrlich ein „Ehrenplatz“. Es ist sehr schade, dass es die Richterdatenbank von Dr. Niehenke nicht mehr gibt. Aber vielleicht könnte man ja etwas Ähnliches wieder auf die Beine stellen? Nötig wäre es, weißgott!

Ich frage mich tatsächlich, wo wir hier in Deutschland eigentlich noch stehen und wo das alles hinführen soll. Wie ist so ein Wahnsinn überhaupt noch zu erklären? Verklemmte, weltfremde und total gestörte kranke Eltern verstehen es, die marode Justiz in diesem Lande zu benutzen, und die Justiz steigt auch noch willfährig und in äußerst extremer Form darauf ein - mit lebenszerstörenden Folgen für einen 14-jährigen Jungen. Nein, eine verständige Erklärung für so einen Wahnsinn gibt es wirklich nicht.
Aber die Leserkommentare auf beiden o.g. Seiten sprechen Bände. Sie sind die Stimme des Volkes. Und auf diese sollte die Justiz vielleicht einmal hören. Schließlich fällt sie ja ihre Urteile im Namen eben jenes Volkes ...

Knutschereien unter Teenagern dieses Alters sind ja wohl das Normalste der Welt (wenn nicht sogar viel mehr!). Aber unsere kranke Justiz versteht es, dies auf schwerste Weise zu kriminalisieren. Wie soll dieser Junge jemals zu einem unbeschwerten Menschen heranwachsen? Wie soll er jetzt noch jemals ein normales Verhältnis zum anderen Geschlecht aufbauen, nach dem, was ihm hier angetan wurde? Entweder ein Duckmäuser, der sich sein Leben lang keinen Schritt mehr in Richtung des anderen Geschlechts zu gehen traut. Oder ein Psychopath, der nur noch Rache will (zu Recht!). Und an dem Mädchen wird die ganze Sache auch nicht spurlos vorübergegangen sein; sie ist ja mit solchen Eltern schon gestraft genug.
Zwei junge Menschen wurden hier in ihrer Sexualentwicklung ganz empfindlich gestört. Die Folgen, auch für ihr späteres Leben, sind nicht absehbar.

Wenn das so weiter geht, wird bald der Tag kommen, an dem kein Junge und kein Mann (egal welchen Alters) es sich noch trauen wird, sich einem Mädchen oder einer Frau (egal welchen Alters) in irgendeiner Weise zu nähern, aus Angst, dies könnte ihm erheblichen Ärger bringen, ja ihn sogar vor Gericht oder in den Knast bringen. Es ist das Ende menschlicher Beziehungen, wie wir sie kennen!
Oder ist dieser Zustand schon erreicht?

Was mich an dem Artikel in der taz (siehe oben) auch sehr wütend macht, ist dieser Absatz:

Die Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs wird in Karlsruhe wohl nicht überprüft. Sie ist eine logische Folge der Gesetzeslage. Danach ist jeder sexuelle Kontakt eines über 14-jährigen (also Strafmündigen) mit einem Kind unter 14 Jahren strafbar. Ob das Kind einverstanden ist, spielt allenfalls beim Strafmaß eine Rolle. Für Erwachsene werden drei Monate bis zehn Jahre Gefängnis angedroht. Jugendliche Täter können milder bestraft werden. Naheliegend wäre bei geringem Altersabstand eine Einstellung des Verfahrens.

Also, wenn es eine „logische Folge“ der Gesetzeslage ist, dass ein Junge, sobald er sein 14. Lebensjahr erreicht, automatisch zu einem „Kinderschänder“ wird und sich des Kindesmissbrauchs schuldig macht, wenn er mit seiner 13-jährigen Freundin oder Klassenkameradin herumknutscht, dann sollte diese Gesetzeslage aber schnellstens geändert werden! Eine solche Folge der Gesetzeslage kann und darf einfach nicht sein. Sie ist mit der Lebensrealität absolut nicht in Einklang zu bringen.
Und: Warum wurde das Verfahren bei diesem geringen Altersabstand nicht eingestellt? Antwort: Weil die meisten Juristen im Staatsdienst, besonders Richter und Staatsanwälte, zu solchen Vernunftentscheidungen einfach nicht mehr in der Lage sind!

Was ist das für eine korrupte, seelenlose, unmenschliche und unkontrollierte Justiz-Mafia, die kaltblütig Leben und Schicksale zerstört und dann auch noch behauptet, es sei völlig normal, einen 14-jährigen, der ja im Grunde selber noch fast ein Kind ist, zu einem Kinderschänder und Sexualverbrecher abzustempeln.
Das ist das Rechtsverständnis deutscher Staatsjuristen!

Ganz ehrlich, wenn ich von solchen Fällen lese, kommen mir die dunkelsten Gedanken, was ich mit solchen Juristen am liebsten machen würde, und was sie zweifellos verdient haben. Aber das kann ich hier wirklich nicht schreiben. Aber wer z.B. die Saw-Filme kennt, kann es sich so ungefähr vorstellen. Und den Herrn Rudolf Uhl aus Dachau kann ich inzwischen immer besser verstehen …

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