Montag, 12. September 2011

Zehn Jahre danach


Genau 10 Jahre sind nun schon vergangen seit dem 11. September 2001, dem „Tag des Terrors“. Dem Tag, der die Welt veränderte. Dem Tag, der der Welt einen mächtigen Schock versetzte. Der Tag, von dem vorher keiner geglaubt hätte, dass so etwas tatsächlich mal passieren könnte …

Jeder Mensch wird sich sicher noch gut daran erinnern, was er am 11.09.2001 gemacht hat. Ich weiß es auch noch sehr genau, denn für mich hatte dieser Tag eine ganz andere Bedeutung. Der 11.09.2001 ist nämlich der Tag gewesen, an dem ich mein erstes Staatsexamen bestanden habe.

Die fünf Klausuren für dieses Examen habe ich bereits im März 2001 geschrieben, die Examens-Hausarbeit schrieb ich von Mitte April bis Mitte Mai; sie dauerte insgesamt vier Wochen. Im Juni 2001 erhielt ich dann die Nachricht, dass ich zur mündlichen Prüfung zugelassen wurde. Darüber war ich sehr froh, denn das bedeutete, dass ich die Klausuren und die Hausarbeit schon mal so weit bestanden hatte. Für den Tag der mündlichen Prüfung wurde der 11.09.2001 festgesetzt.

Am 11.09.2001 stand ich dann morgens früh auf, frühstückte und zog mir einen guten Anzug an (man möchte ja schließlich einen guten Eindruck auf die Prüfer machen). Dann fuhr ich mit dem Zug nach Düsseldorf, denn dort fand die mündliche Prüfung statt, und zwar in einer Nebenstelle des Oberlandesgerichts. Außer mir waren noch fünf weitere Kandidaten da, die an diesem Tag mit mir zusammen diese Prüfung hatten. Zuerst gab es für jeden einzelnen ein Vorgespräch mit dem Vorsitzenden der Prüfungskommission. Dann gingen die Prüfungsgespräche los: Zuerst kam das Zivilrecht an die Reihe, das dauerte eine Stunde. Dann, nach einer kurzen Pause, das Strafrecht, ebenfalls eine Stunde. Dann, nach einer weiteren Pause, das Staats- und Verwaltungsrecht, wiederum eine Stunde, und dann, nach einer weiteren Pause, wurde jeder in der von ihm/ihr gewählten Wahlfachgruppe geprüft, was insgesamt wiederum eine Stunde dauerte. Diese Prüfungsgespräche liefen, wie ich zugeben muss, in einer sehr angenehmen Atmosphäre ab, ohne Stress und Anspannung, und ohne dass man sich besonders unter Druck gesetzt fühlte. Darüber war ich schonmal sehr erleichtert.
Nach einer weiteren Pause, in der die Prüfungskommission sich beriet, wurden dann die Ergebnisse verkündet: Ich hatte bestanden, und die fünf anderen Kolleginnen und Kollegen auch! Ich weiß noch genau, welche Erleichterung ich da verspürte. Es war geschafft!!!!!!
Inzwischen war es 15.00 Uhr geworden, und ich ging mit den fünf anderen erst einmal etwas essen und trinken. Wir stießen auf unser bestandenes Examen an und unterhielten uns voller Freude und Heiterkeit... (etwa zur gleichen Zeit passierten in den USA die Katastrophen, wovon ich aber erst später erfuhr...).
Dann verabschiedete ich mich von den anderen und fuhr mit dem Zug wieder nach Bochum zurück. Dort wurde dann mit Sekt und Musik noch weiter gefeiert.

Als ich irgendwann am Abend, schon deutlich angetüdelt vom Sekt, den Fernseher einschaltete und die Bilder vom einstürzenden World Trade Center sah, dachte ich zuerst, das wäre ein Film! Ich meine, wer hätte denn (vorher) gedacht, dass so etwas wirklich passieren könnte! Dann aber merkte ich, dass es kein Film war, sondern eine Nachrichten-Sondersendung, und dass auf jedem Programm darüber berichtet wurde – dass es also wirklich geschehen war....

Irgendwann bin ich dann ins Bett gefallen. Erst am nächsten Morgen beim Kaffee und wieder halbwegs nüchtern, erfuhr ich durch Zeitung, Internet und Fernsehen mehr über die Terror-Anschläge.

Ja, so habe ich diesen Tag erlebt. Jeder Mensch hat wohl seine ganz eigene Geschichte zu diesem Tag.

Im April 2005 war ich in New York und habe mich auch am Ground Zero umgesehen. Damals war es eine riesengroße Baustelle, man arbeitete zu der Zeit an den Tiefgeschossen für das, was dort entstehen sollte.
Jetzt haben wir 2011. In weiteren zehn Jahren, also 2021, wird es am Ground Zero voraussichtlich so aussehen:

Das neue World Trade Center, besonders der Turm
One World Trade Center“, auch „Freedom Tower“ genannt.
Die beiden Wasserbecken sind genau dort,
wo die Türme des alten World Trade Centers gestanden haben.

Es bleibt zu hoffen, dass die Welt nie wieder so etwas erleben muss, wie sie es am 11.09.2001 erleben musste. Der internationale Terrorismus ist eines der größten Probleme der heutigen Zeit, und alle Nationen sind aufgerufen, weiterhin an der Lösung dieses Problems zu arbeiten. Dass die Menschen auf diesem Planeten miteinander – und nicht nebeneinander oder gar gegeneinander – leben, wird leider noch immer zu oft vergessen.

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