Donnerstag, 19. April 2012

Artemis am 14.04.2012

Das Restaurant „Artemis“ an der Wasserstraße 419 in Bochum

Wenn ich schick essen gehen, so tue ich dies gewöhnlich an einem Freitag, aber, da es diesmal terminlich nicht anders ging, musste es der Samstag sein. Vorgesehen war diesmal das griechische Restaurant „Artemis“, in dem ich diesem Jahr 2012 bisher noch nicht war. Ich fuhr wie üblich mit dem Taxi hin und traf dort um etwa 20.30 Uhr ein. Anwesende Personen von der Belegschaft waren Stelios, der Inhaber, sowie noch andere Damen und Herren vom Service, die ich bereits alle kenne. Das Restaurant war ungefähr zur Hälfte besucht. Ich hatte wieder meinen üblichen Stammplatz.


Diesmal hatte ich mich auf frischen Fisch festgelegt. Das diesbezügliche Menü sprach ich mit Stelios ab, der mir auch wie immer einen sehr guten griechischen Wein dazu empfahl.

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Und hier ist das Menü dieses Abends:

Als Aperitif ein Ouzo.

Begleitend zum Menü ein kleines Mineralwasser.

1. Gang – Vorspeise:
Griechischer Bauernsalat
Der berühmte griechische Salat mit schwarzen Oliven,
Tomaten, Gurken, Paprika und Schafskäse, dazu Brot.

2. Gang – Hauptgericht:
Fischplatte „Artemis“
Verschiedene frische Fischsorten vom Grill, und zwar:
Scampis, Oktopus, Lachs,
Rotbarsch, Zander und Pangasius.
Angerichtet in einer Knoblauch-Oliven-Sauce,
dazu gebratene Kartoffeln und frischer Blattspinat.


Wein bei diesem Menü:
„Makedonikos“, ein griechischer Weißwein
(zwei Karaffen zu je 0,5 l)

3. Gang – Dessert:
Eisbecher „Coupe Dänemark“
Vanilleeis mit Schokoladensauce und Sahne

Danach noch einen Kaffee und vom Haus noch
einen sehr guten, 40 Jahre alten Metaxa.

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Dieses Menü war einfach ausgezeichnet, sowohl die Speisen als auch der Wein. Es wurde also wieder ein wunderbar griechischer Abend mit allem, was dazu gehört. Nach Beendigung des Menüs und Bezahlung verabschiedete ich mich im Restaurant und fuhr ich mit dem Taxi wieder nach Hause, wo ich um kurz nach 23.30 Uhr eintraf.
Nachdem ich mich umgezogen hatte, legte ich auf dem Balkon eine Schweigeminute ein, und zwar genau um 23.40 Uhr, weil genau vor 100 Jahren, nämlich am 14. April 2012 um 23.40 Uhr, die Titanic mit einem Eisberg kollidierte, was – wie allgemein bekannt ist – in einer verheerenden Katastrophe endete. Diese Schweigeminute galt den Opfern der Titanic-Katastrophe.

Danach sah ich mir bei Kaffee und Cognac selbstverständlich
den bislang größten Film über das vorgenannte Ereignis an:


Nachdem der Film zu Ende war, ging ich noch einmal auf den Balkon, schaute in den Sternenhimmel und gedachte der Opfer, die vor genau 100 Jahren, am 15. April 1912 nachts zwischen zwei und drei Uhr, im eisigen Wasser des Nordatlantik ein furchtbares Ende fanden. Es war schon ein sehr seltsames Gefühl. Plötzlich schien die ganze Tragödie, die sich vor 100 Jahren auf der Titanic abgespielt hatte, über mich hereinzubrechen. Mir wurde urplötzlich kar, wie schnell die Zeit vergeht, und wie wenig 100 Jahre sind im Lichte der Ewigkeit, das uns aus dem Sternenhimmel entgegenstrahlt. Ich dachte über das nach, was in diesen 100 Jahren so alles geschehen war. Wie hatte sich die Welt verändert! Damals war die drahtlose Telegraphie gerade mal die neueste Erfindung! Und heute: Internet, Smartphones, 3D, 40-Programme-TV rund um die Uhr, High-Tech-Waffen und High-Tech-Terrorismus, Elementarteilchen, Genmanipulationen, ABC-Waffen, usw., usf. … Und das größte Verbrechen in der Geschichte der Menschheit hat sich ja auch in diesen 100 Jahren abgespielt (1933-1945), und die Folgen wirken bis heute nach. ... Die Technik ist zwar unaufhaltsam vorangeschritten, aber haben sich auch die Menschen verändert? Ich meine: Nein! Sie lassen sich noch immer durch dumpfe Instinkte leiten. Vielleicht wird es noch 1000 Jahre dauernd, bis die Menschen auch in menschlicher Hinsicht zur Besinnung kommen. Doch das erlebt unsereiner halt nicht mehr.

Ich stellte mir natürlich auch die Frage, was wohl mit mir geschehen wäre, wenn ich damals als Passagier auf der Titanic gewesen wäre. Wäre ich umgekommen oder hätte ich es vielleicht doch noch geschafft, als Mann einen Platz in einem Rettungsboot zu bekommen? Nun, ich denke, das wäre wohl davon abhängig gewesen, in welcher Klasse in gereist wäre, nicht wahr? Es wäre aber in jedem Fall klug gewesen, vor Beginn der Reise ein Testament und eine Lebensversicherung zu hinterlassen!

Caesar

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Samstag, 14. April 2012

Vor 100 Jahren


Vor genau 100 Jahren, in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912, sank im Nordatlantik der Ozeandampfer „RMS Titanic“ infolge der Kollision mit einem Eisberg. Nur knapp 700 Menschen überlebten diese Katastrophe, während rund 1500 Menschen zu Tode kamen. Der Untergang der Titanic ist das wohl bekannteste Schiffsunglück aller Zeiten, und inzwischen gibt es zahllose Bücher und Filme darüber. Jetzt, nach genau 100 Jahren, ist es für mich Anlass genug, darüber zu berichten und so die Erinnerung wachzuhalten.

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Es war das Jahr 1912. Die Titanic war das größte bewegliche Objekt, das bis dahin von Menschenhand geschaffen wurde. Es war ihre Jungfernfahrt, die nach New York gehen sollte. Am 10. April 1912 stach die Titanic von Southampton (England) aus in See. Es gab noch Haltepunkte in Cherbourg (Frankreich) und Queenstown (Irland), dann begann am 11. April die offene Fahrt über den Atlantik. Der Kapitän Edward John Smith wollte sich nach dieser Reise in den Ruhestand begeben.
Unter den Passagieren befanden sich einige der wohlhabendsten Menschen dieser Welt – sowie auch einige der Ärmsten; das waren Auswanderer, voller Hoffnung auf ein neues Leben in Amerika. Das Schiff fuhr mit beinahe Höchstgeschwindigkeit über den Nordatlantik. Nach vier Tagen auf See geschah es: Ein Eisberg lag direkt auf ihrem Weg. Am 14. April, spätabends um 23.40 Uhr, kam es zur Kollision. Diese Kollision verwundete das Schiff tödlich. Gerade mal für die Hälfte der Menschen an Bord standen ausreichend Rettungsboote zur Verfügung. Am 15. April nachts um 2.20 Uhr, nicht einmal drei Stunden nach der Kollision, war die Titanic vollständig unter Wasser verschwunden. 1500 kamen dabei zu Tode. Die Welt war schockiert. Das Vertrauen in eine Ära war erschüttert.

Der Kapitän der Titanic, Edward John Smith.

Erwähnenswerte Fakten:

Die Passagiere der Titanic waren in drei Klassen unterteilt. In der ersten Klassen waren die Reichen, Millionäre und Prominente (z.B. der Hotelmagnat John Jacob Astor, der Geschäftsmann Benjamin Guggenheim, die Millionärin Molly Brown sowie Isidor und Ida Strauss, die Eigentümer des Kaufhauses „Macy´s“ in New York). In der zweiten Klasse war die bürgerliche Mittelschicht, und in der dritten Klasse weit unter Deck waren die Armen; Auswanderer aus allen Ländern Europas. In der damaligen Zeit hätte niemand die Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Klassen in Frage gestellt. Die Klassen wurden voneinander streng getrennt – auch noch nach der Kollision, was sich als verheerend erwies: Die Passagiere der dritten Klasse sind sogar unter Deck eingesperrt worden, so schilderten es Überlebende. Und als man sie schließlich hinaufließ und sie an Deck ankamen, waren die wenigen Rettungsboote schon weg. Von der Passagieren der ersten Klasse überlebten die meisten (die kamen ja auch zuerst in die Boote, zumindest die Frauen und Kinder), von den Passagieren der zweiten Klasse etwa die Hälfte, aber von den Passagieren der dritten Klasse gerade mal ein Viertel. Aus heutiger Sicht ist das ganz einfach ein Unding. Aber damals gab es so etwas wie die Gleichheit aller Menschen noch nicht, leider.

An Bord des Schiffes war auch Bruce Ismay, der Direktor der Reederei „White Star Line“, in deren Eigentum die Titanic stand. Laut Zeugenaussagen hatte Ismay den Kapitän bedrängt, die Geschwindigkeit des Schiffes zu erhöhen, um die Leistung des Schiffes unter Beweis zu stellen und noch früher als geplant in New York einzutreffen. Er hoffte einfach auf gute Publicity. Kapitän Smith gab dem Druck von Ismay nach, obwohl der dazu nicht verpflichtet gewesen wäre und es besser hätte wissen sollen. Außerdem war die Titanic von anderen Schiffen mehrfach vor dem vor ihr liegenden Eis gewarnt worden. Doch diese Warnungen wurden ignoriert. Der Funkraum war damit beschäftigt, angeblich wichtigere Nachrichten zu übermitteln: Private Botschaften der zahlenden Passagiere.

Als um 23.40 Uhr der Eisberg gesichtet wurde, versuchte der Erste Offizier Murdoch noch ein Ausweichmanöver – doch das misslang. Und die Ironie des Schicksals war: Gerade dieses Ausweichmanöver führte die eigentliche Katastrophe herbei. Ein Frontalzusammenstoß hätte weitaus weniger Schaden angerichtet, denn dann wäre nämlich nur eine Kammer des Schiffes mit Wasser vollgelaufen und die Titanic hätte sich über Wasser halten können. Durch das Ausweichmanöver aber wurde der Rumpf des Schiffes über eine Länge von 70 m vom Eisberg aufgerissen, wodurch gleich in fünf Kammern Wasser eindrang. Dadurch sank der Bug des Schiffes schnell ab, und das Wasser lief über die Schotten hinweg von einer Abteilung des Schiffes in die nächste. Das war das Todesurteil für die Titanic.

Kapitän Smith überlebte den Untergang nicht, ebensowenig der Konstrukteur des Schiffes, Thomas Andrews. John Jacob Astor half seiner schwangeren Frau Madeleine in ein Rettungsboot, ohne zu versuchen, selbst einen Platz zu bekommen. Benjamin Guggenheim wollte, wie er selbst sagte, wie ein Gentleman untergehen und bewahrte Haltung bis zu Schluss. Ida Strauss weigerte sich, in das Rettungsboot zu steigen; sie wollte lieber bei ihrem Mann bleiben, welcher freiwillig auf einen Platz im Rettungsboot verzichtete, da er nicht bevorzugt werden wollte. Beide starben gemeinsam.

Das Ehepaar Isidor und Ida Strauss.

Und eine ganz besondere Erwähnung verdient natürlich die legendäre Bordkapelle der Titanic. Sie spielte bis zum Schluß. Ihr letzter Titel war „Nearer My God To Thee“ …

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte ein unerschütterlicher Glaube an die Überlegenheit des Menschen gegenüber den Naturgewalten. Doch mit dem Untergang der Titanic zeigte die Natur dem Menschen auf schmerzvolle Weise, dass sie sich nicht mit Brachialgewalt unterdrücken läßt, und dass der Mensch eben nicht die mächtigste Kraft im Universum ist. Genau das hatte man aber damals geglaubt. Es war eine gefährliche Mischung aus Optimismus und Arroganz. Die Titanic war dafür ein wunderbares Sinnbild. Sie war ein Symbol ihrer Zeit.

Die Geschichte um den Untergang der Titanic hat die Menschen bis heute beeindruckt. Kein Schriftsteller oder Regisseur hätte sich etwas Eindrucksvolleres einfallen lassen können als diese Geschichte, die auf wahren Tatsachen beruht. Das, was wir heute durch die vielen Filme und Bücher über die Titanic erfahren, ist wie ein Zeitfenster in die Vergangenheit. Ein Blick ins Jahr 1912, in eine längst vergangene Ära. Man kann daran teilhaben, wie es war, zu dieser Zeit an Bord eines Ozeanriesen zu sein.

So sieht das Wrack der Titanic heute aus.

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So, und heute Abend werde ich mal wieder schick essen gehen. Um 23.40 Uhr bin ich bestimmt wieder zu Hause, und dann gibt es zuerst eine stille Schweigeminute (auch unter Berücksichtigung der Zeitverschiebung). Und was ich mir danach für einen Film ansehen werde, dürfte offensichtlich sein.

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