Donnerstag, 28. Februar 2013

Ein neues Meisterstück der Justiz

Wer stoppt diese Wahnsinnigen endlich?

Obwohl ich mittlerweile genau weiß, wie bösartig, skrupellos, korrupt, geistlos, unmenschlich, lebensfremd, grauenhaft, unverständig, blindwütig, krank und lebenszerstörend die Justiz in diesem unserem Lande ist, werde ich immer wieder auf´s Neue überrascht. Der Fall, der mich aktuell auf die Palme bringt und selbst mir als völlig Unbeteiligtem schon richtig physisch und psychisch wehtut (wie sicher jedem noch halbwegs menschlich und gerecht denkenden und fühlenden Menschen), ist der hier:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/dna-probe-von-jugendlichem-gestoppt-karlsruhe-soll-ueber-knutschfleck-entscheiden-1.1594663

Ein weiterer Bericht (taz):
http://www.taz.de/Verfassungsgericht-stoppt-DNA-Probe/!110603/

Also, ein 14-jähriger hat mit einer 13-jährigen Klassenkameradin geknutscht, offensichtlich auch mit Einverständnis des Mädchens. Das Mädchen kommt mit einem Knutschfleck nach Hause und die Eltern zeigen den Jungen daraufhin wegen Kindesmissbrauchs (!) an (allein das ist schon krank bis zum Geht-nicht-mehr). Und sie kommen damit allen Ernstes bei der Justiz auch noch durch! Das Jugendgericht Arnstadt (Thüringen) verurteilt den Jungen zu 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Doch das ist noch lange nicht genug: Jetzt verlangt das Amtsgericht Erfurt noch allen Ernstes eine DNA-Probe von dem Jungen zur Speicherung in eine Datei für Sexualstraftäter! Hallo – geht’s noch?
Darüber entscheidet jetzt das Bundesverfassungsgericht (so weit ist es also schon!). Und der Steuerzahler darf für diesen Wahnsinn auch noch schön bezahlen.

Als erstes würden mich mal die Namen der Richter interessieren, sowohl aus Arnstadt als auch aus Erfurt, die diesen Wahnsinn zu verantworten haben. Falls jemand die Namen weiß, möge er mich bitte kontaktieren. Diesen Richtern gebührt in einer Datenbank für juristische Fehlleistungen und juristischen Wahnsinn wahrlich ein „Ehrenplatz“. Es ist sehr schade, dass es die Richterdatenbank von Dr. Niehenke nicht mehr gibt. Aber vielleicht könnte man ja etwas Ähnliches wieder auf die Beine stellen? Nötig wäre es, weißgott!

Ich frage mich tatsächlich, wo wir hier in Deutschland eigentlich noch stehen und wo das alles hinführen soll. Wie ist so ein Wahnsinn überhaupt noch zu erklären? Verklemmte, weltfremde und total gestörte kranke Eltern verstehen es, die marode Justiz in diesem Lande zu benutzen, und die Justiz steigt auch noch willfährig und in äußerst extremer Form darauf ein - mit lebenszerstörenden Folgen für einen 14-jährigen Jungen. Nein, eine verständige Erklärung für so einen Wahnsinn gibt es wirklich nicht.
Aber die Leserkommentare auf beiden o.g. Seiten sprechen Bände. Sie sind die Stimme des Volkes. Und auf diese sollte die Justiz vielleicht einmal hören. Schließlich fällt sie ja ihre Urteile im Namen eben jenes Volkes ...

Knutschereien unter Teenagern dieses Alters sind ja wohl das Normalste der Welt (wenn nicht sogar viel mehr!). Aber unsere kranke Justiz versteht es, dies auf schwerste Weise zu kriminalisieren. Wie soll dieser Junge jemals zu einem unbeschwerten Menschen heranwachsen? Wie soll er jetzt noch jemals ein normales Verhältnis zum anderen Geschlecht aufbauen, nach dem, was ihm hier angetan wurde? Entweder wird er zu einem Duckmäuser, der sich sein Leben lang keinen Schritt mehr in Richtung des anderen Geschlechts zu gehen traut - aus Angst! Oder er wird ein Psychopath, der nur noch Rache will - zu Recht! Und an dem Mädchen wird die ganze Sache auch nicht spurlos vorübergegangen sein; sie ist ja mit solchen Eltern schon gestraft genug.

Zwei junge Menschen wurden hier in ihrer Sexualentwicklung ganz empfindlich gestört. Die Folgen, auch für ihr späteres Leben, sind nicht absehbar.

Wenn das so weiter geht, wird bald der Tag kommen, an dem kein Junge und kein Mann (egal welchen Alters) es sich noch trauen wird, sich einem Mädchen oder einer Frau (egal welchen Alters) in irgendeiner Weise zu nähern, aus Angst, dies könnte ihm erheblichen Ärger bringen, ja ihn sogar vor Gericht oder in den Knast bringen. Es ist das Ende menschlicher Beziehungen, wie wir sie kennen!
Oder ist dieser Zustand schon erreicht?

Was mich an dem Artikel in der taz (siehe oben) auch sehr wütend macht, ist dieser Absatz:

Die Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs wird in Karlsruhe wohl nicht überprüft. Sie ist eine logische Folge der Gesetzeslage. Danach ist jeder sexuelle Kontakt einer Person ab 14 Jahre (also Strafmündigen) mit einer Person unter 14 Jahren (Kind) strafbar. Ob das Kind einverstanden ist, spielt allenfalls beim Strafmaß eine Rolle. Für Erwachsene werden drei Monate bis zehn Jahre Gefängnis angedroht. Jugendliche Täter können milder bestraft werden. Naheliegend wäre bei geringem Altersabstand eine Einstellung des Verfahrens.

Also, wenn es eine „logische Folge“ der Gesetzeslage ist, dass ein Junge, sobald er sein 14. Lebensjahr erreicht, automatisch zu einem „Kinderschänder“ wird und sich des Kindesmissbrauchs schuldig macht, wenn er mit seiner 13-jährigen Freundin oder Klassenkameradin herumknutscht, dann sollte diese Gesetzeslage aber schnellstens geändert werden! Eine solche Folge der Gesetzeslage kann und darf einfach nicht sein. Sie ist mit der Lebensrealität absolut nicht in Einklang zu bringen.
Und: Warum wurde das Verfahren bei diesem geringen Altersabstand nicht eingestellt? Antwort: Weil die meisten Juristen im Staatsdienst, besonders Richter und Staatsanwälte, zu solchen Vernunftentscheidungen einfach nicht mehr in der Lage sind!

Was ist das für eine korrupte, seelenlose, unmenschliche und unkontrollierte Justiz-Mafia, die kaltblütig Leben und Schicksale zerstört und dann auch noch behauptet, es sei völlig normal, einen 14-jährigen, der ja im Grunde selber noch fast ein Kind ist, zu einem Kinderschänder und Sexualverbrecher abzustempeln.
Das ist das Rechtsverständnis deutscher Staatsjuristen!

Ganz ehrlich, wenn ich von solchen Fällen lese, kommen mir die dunkelsten Gedanken, was ich mit solchen Juristen am liebsten machen würde, und was sie zweifellos verdient haben. Aber das kann ich hier wirklich nicht schreiben. Aber wer z.B. die Saw-Filme kennt, kann es sich so ungefähr vorstellen. Und den Herrn Rudolf Uhl aus Dachau kann ich inzwischen immer besser verstehen …

*****

Kommentare:

emz hat gesagt…

Es geht nicht (nur) um einen Knutschfleck, macht sich reißerischer in einer Zeitungs-Überschrift , sondern darum, dass der 14jährige dem Mädchen mehrfach in den Schritt gefasst hat. Er war (möglicherweise einseitig) davon ausgegangen, dies sei einvernehmlich geschehen.

Irgendwo muss man das Schutzalter ansetzen und das liegt nun mal bei unter 14 Jahren und der deutsche Gesetzgeber sieht hier auch keine Einschränkung bei geringem Altersunterschied vor, wie in anderen Ländern, wobei dort das Schutzalter dann deutlich höher liegt.

§ 176 StGB "Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft."

Das ist ein Offizialdelikt und das haben unsere "Staatsjuristen" nach Gesetzeslage abzuurteilen und nicht irgend ein "Rechtsverständnis" oder eine "Vernunftentscheidungen" einfließen zu lassen. Eine solche Justiz würde mir Angst machen.

emz hat gesagt…

http://www.welt.de/vermischtes/article113601277/Ein-Knutschfleck-landet-vor-dem-Verfassungsgericht.html

Caesar hat gesagt…

Die Gesetzeslage sieht aber auch Möglichkeiten zur Einstellung eines Verfahrens vor (z.B. § 153 StPO). Und genau das wäre hier die einzig richtige und vernünftige Entscheidung gewesen. Das sehe ja nicht nur ich so.

Angst macht mir die Justiz in der Form, in der sie jetzt ist. Jeder kann ihr zum Opfer fallen, auch wenn man noch so unschuldig ist (das gibt´s ja genug Beispiele).

Und zur menschlichen Seite dieses Falles: Waren wir nicht alle mal jung, und haben wir uns nicht alle in diesem Alter (13, 14) für das andere Geschlecht interessiert? Da finde ich doch solche "Doktorspiele" das Normalste der Welt (Einvernehmlichkeit vorausgesetzt, versteht sich!). Wo kämen wir denn hin, so etwas zu kriminalisieren?

Gerade in diesem Alter und bei der Sexualentwicklung sind junge Menschen ganz besonders empfindlich. Wenn da etwas schiefläuft, kann das Auswirkungen für das ganze Leben haben und die Folgen sind nicht absehbar.

Caesar hat gesagt…

Diesen Artikel in der "Welt" halte ich für nicht sehr objektiv, auch durch die distanzlose Verwendung der Begriffe "Täter" und "Opfer".

Leider wurde die Kommentarfunktion dort schon geschlossen.

Rainer Hoffmann hat gesagt…

Der § 153 StPO ist "gefährlich", da dieser § 153 StPO die Bestätigung enthält, dass der Beschuldigte seine Schuld zugibt. Nach § 153 StPO wird der Beschuldigte nur WEGEN GERINFFÜGIGKEIT der Schuld freigesprochen, der Beschuldigte gibt aber seine Schuld grundsätzlich zu. Dieses Schuldeingeständnis hat den "faden Beigeschmack", dass dann in einem 2. Schritt zivilrechtliche (!) Schadensersatzforderungen geltend gemacht werden können. Die Richterin am Amtsgericht Recklinghausen Tamm hatte diesen "perfiden Trick" der Justiz mit mir auch am 10.05.2004 versucht, aber ich bin nicht daraufhereingefallen, weil ich den "Trick" kannte. Ich habe auf 100%-Freispruch plädiert und bin dann auch zu 100% freigesprochen worden, obwohl die Richterin Tamm vorher noch versucht hatte von mir ein Schuldeingeständnis nach § 153 StPO zu "ergaunern". "Justizmafia" ist der korrekte Ausdruck !!, denn mit diesem Freispruch wurde parallel auch mein Beweisantrag über den mehrfachen Prozessbetrug des Recklinghäuser "Solaranwalts" Dr. G. - dem damaligen Nebenklägeranwalt und seines Marler Solarverkäufers - verhindert.

beamtendumm hat gesagt…

Die Einstellung wegen geringer Schuld wird von Rainer Hoffmann bereits seit Jahren falsch dargestellt.

Hintergrund ist ein falsches Urteil des Amtsgericht Marl. Herr Hoffmann hatte dort erlebt, wie jemand von einer Zivilkammer zu Schadensersatz verurteilt wurde, dessen Strafverfahren zuvor wegen geringer Schuld eingestellt wurde.

Die Zivilkammer hatte in der Entscheidung behauptet, dass eine Einstellung wegen geringer Schuld ein Schuldbeweis wäre. Leider haben wir es zu oft mit solchen unfähigen Richtern zu tun.

Richtig ist, dass eine Einstellung wegen geringer Schuld nicht bedeutet, dass grundsätzlich eine Schuld, wenn auch nur eine geringe festgestellt wurde.

Bei Einstellung wegen geringer Schuld wurde ausdrücklich keine Schuld festgestellt. Es wird nur festgestellt, dass die Schuld gering wäre, wenn überhaupt eine Schuld vorhanden wäre.

Dies habe ich Herrn Hoffmann aber bereits mehrfach mitgeteilt. Es bringt nichts, wenn Herr Hoffmann hier ständig falsche Rechtsansichten verbreitet. Er ist doch sonst immer so genau und pingelig.

ALSO. Eine Einstellung wegen geringer Schuld bedeutet nicht, dass eine Schuld vorhanden ist, oder sogar festgestellt wurde!

Rainer Hoffmann hat gesagt…

Werter Bernd Schreiber,
meinst du das wirklich ernst, wenn du sowas schreibst??:

"ALSO. Eine Einstellung wegen geringer Schuld bedeutet nicht, dass eine Schuld vorhanden ist, oder sogar festgestellt wurde! "

So weit ich mich erinnere, warst du bei dem Zivilverfahren in Marl gar nicht vor Ort dabei, sondern ich war mit Bernd V. dort...und Bernd V. wird auch die von mir erwähnten Details bestätigen.

Und sorry:
Du solltest wirklich über den Blödsinn mal nachdenken, wenn du hier schreibst: "Eine geringe Schuld ist keine Schuld"...

Mit solchen Sätzen, Bernd Schr., machst du dich bei Juristen mehr als lächerlich...und das zurecht...

Das wäre so, als wenn du behaupten würdest:
Eine Frau, die nur ein wenig schwanger ist, ist nicht schwanger.

Gruss aus dem Exil
R.H.

Beamtendumm hat gesagt…

Ja, es ist richtig, dass ich beim AG Marl nicht dabei war. Aber das muss ich auch gar nicht. Du hast mir doch selbst über das Verfahren berichtet.
Schon damals habe ich dir geantwortet, dass diese Entscheidung des AG Marl falsch ist.

Du kannst es verdrehen wie du willst, aber es bleibt dabei. Eine Einstellung nach §153 bedeutet ausdrücklich nicht, dass eine (geringe) Schuld vorliegt, festgestellt oder eingeräumt wurde.

Dies gilt selbst dann, wenn die Einstellung mit einer Geldbuße verbunden ist.

Vielleicht sollte man sich auch mal die Mühe machen und vorher lesen, bevor man solche Falschmeldungen ständig wiederholt.


... Die Zustimmung zur Einstellung gemäß § 153a StPO gegen Zahlung einer Geldbuße enthält KEIN Eingeständnis strafrechtlicher Schuld.
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Peter Feldkamp in Berlin...


Für dich zum Nachlesen.
http://blog.strafverteidigungen.eu/tag/geringe-schuld/

Sicherlich wirst du mir eine Quelle nennen können, die deine Ansicht bestätigt, oder? Gemeint ist natürlich eine seriöse Quelle, wo nicht dein Unsinn verbreitet wird.

Beamtendumm hat gesagt…

Das wäre so, als wenn du behaupten würdest:
Eine Frau, die nur ein wenig schwanger ist, ist nicht schwanger.


Ein dummer Vergleich. Eine Einstellung wegen geringer Schuld bedeutet doch ausdrücklich nicht, dass eine (geringe) Schuld eingeräumt, festgestellt oder überhaupt vorhanden ist.

Somit wurde vergleichbar auch keine Schwangerschaft festgestellt. Wenn keine Schwangerschaft festgestellt wurde, wurde auch nicht festgestellt, dass die Frau ein wenig schwanger wäre. Somit bestätigt doch dein Vergleich meine Behauptung.

Eine Frau, die nicht ein wenig schwanger ist, ist überhaupt nicht schwanger, oder?

Wenn du ständig solche falschen Behauptungen verbreitest, und dann auch noch versuchst diese als richtig hinzustellen, dann machst du dich nicht nur angreifbar, sondern auch unglaubwürdig. Unglaubwürdig bezüglich deinen sonst wahren Aussagen bezüglich deines Kernthemas.

Rainer Hoffmann hat gesagt…

Werter Bernd und werte EMZ,
ich rede die ganze Zeit eindeutig vom § 153 STPO und eben nicht von § 153a STPO. Wer hier im Blog lesen kann, ist klar im Vorteil.

Es ist richtig, dass die Einstellung nach § 153a STPO (mit "a") juristisch kein Schuldeingeständnis enthält, weil der "Vergleich" nach § 153a STPO VOR (!) der Anklage und auch VOR (!) einer Hauptverhandlung stattfindet. Denn dieser "Vergleich" ist ein "Hinterzimmer-Vergleich" OHNE Anklageschrift und OHNE (!) Hauptverhandlung...bitte den § 153a STPO genau lesen.

Aber bei einem "Vergleich" nach § 153 STPO (ohne "a") ist die Hauptverhandlung schon eröffnet worden und der "Vergleich" nach § 153 StPO enthält deshalb zwangsläufig auch ein Schuldeingeständnis und sei es nur wegen Geringfügigkeit der Schuld. So steht es im Wortlaut auch im § 153 STPO zu lesen.

Und ich habe diese Situation am 12.05.2004 selbst am eigenen Leibe vor der Recklinghäuser Strafrichterin am Amtsgericht Tamm live erlebt und habe durch meine Hartnäckigkeit einen 100%-Freispruch erzielen können, weil ich keinen "Vergleich" nach § 153 StPO zugestimmt hatte, obwohl auch sogar mein damaliger Anwalt mir diesen "Vergleich" nach § 153 StPO "schmackhaft" machen wollte. Der Anwalt war übrigens Rudolf Sch. aus D., der mich in den Folgejahren dann später noch öfter verraten sollte...

Solche angeblichen "Justizkritiker" mit ihrem "Halbwissen", wie Bernd Sch. und EMZ sind noch ärgerlicher als die Dummheit der "offiziellen Juristen", weil diese Leute wie Bernd Sch. und EMZ konstruktive Kritik an der Justiz mit ihrer Dummheit die Grundlage entziehen. Aber das ist womöglich gewollt.

Ich frage mich mittlerweile, welche Rolle der angebliche Justizkritiker Bernd S. (zusammen mit EMZ) eigentlich wirklich spielt...

Bernd Sch. mit seinem "Halbwissen" ist nicht nur ärgerlich, sondern auch peinlich...

Caesar hat gesagt…

So, Leute, nun ist es aber mal gut!
Ich habe mich bisher aus dieser Diskussion herausgehalten (was offenbar ein Fehler war), aber jetzt, wo sie mehr und mehr eskaliert, muss ich einmal deutlich einhaken:

Lieber Herr Hoffmann!
Sie wissen, dass ich Sie bis jetzt immer unterstützt habe, soweit es in meinen Möglichkeiten steht, und in Ihrem "Kernthema" haben Sie ja auch Recht. Ich möchte Sie aber doch ernsthaft bitten, nicht immer um jeden Preis und derartig verbissen Recht haben zu wollen (noch dazu bei solchen Kleinigkeiten, die es gar nicht wert sind!). Und in diesem Fall haben Sie nämlich NICHT Recht.

In § 153 StPO heißt es (Abs. 1):

(1) Hat das Verfahren ein Vergehen zum Gegenstand, so kann die Staatsanwaltschaft mit Zustimmung des für die Eröffnung des Hauptverfahrens zuständigen Gerichts von der Verfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen wäre und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht. Der Zustimmung des Gerichtes bedarf es nicht bei einem Vergehen, das nicht mit einer im Mindestmaß erhöhten Strafe bedroht ist und bei dem die durch die Tat verursachten Folgen gering sind.

Wichtig ist hier das Wörtchen "wäre". Das bedeutet nämlich, dass die (geringe) Schuld nicht bewiesen werden muss und auch nicht eingestanden werden muss. Es bedeutet, dass, wenn eine Schuld vorhanden wäre, so wäre sie als gering anzusehen. Ein Nachweis oder gar ein Eingeständnis ist nicht erforderlich. Und wenn der Beschuldigte einer Einstellung nach § 153 StPO zustimmt, so gesteht er damit KEINE Schuld ein.

Da hat der Bernd Schreiber Recht. Und ich hoffe, Sie glauben wenigstens mir, zumal ich Jurist bin und dieses ganze Zeug studiert habe. Ich empfehle Ihnen, in einem Kommentar zur StPO nachzulesen (z.B. Leipziger Kommentar, Meyer-Goßner, etc).

Was damals beim Amtsgericht Marl passiert ist, ist offenbar völlig falsch gelaufen. Dass Richter (fachliche) Fehler machen, wissen wir doch beide.

Jetzt aber eskaliert hier der Streit zwischen Herrn Hoffmann und Herrn Schreiber immer mehr, es kommen persönliche Angriffe und paranoide Verschwörungstheorien ... und EMZ macht sich darüber lustig. Da muss ich als Betreiber dieses Blogs jetzt einen Riegel vorschieben und Sie, Herr Hoffmann, bitten, Ihre Auseinandersetzung mit Bernd Schreiber doch an einer anderen Stelle auszutragen.
Aber doch bitte nicht hier, noch dazu wegen so einem "Furz".

In dem Artikel, zu dem diese ganzen Kommentare gehören, geht es schließlich NICHT um den § 153 StPO oder darum, wie Herr Hoffmann und Herr Schreiber ihn auslegen oder verstehen. Es geht hier darum, was sich die Justiz mit einem 14-jährigen Jugendlichen geleistet hat.

beamtendumm hat gesagt…

Bei meinem Kommentar uzm 153 ging es mir darum, dass nicht ein falscher Eindruck zum 153 entsteht. Schließlich könnten Leser daraus für sich fatale, falsche Entscheidungen treffen.

Tatsächlich gibt es nicht wenige juristische Laien, die glauben bei einer Einstellung nach §153/153a wäre eine geringe Schuld vorhanden und festgestellt. Besonders geärgert hat mich, dass dies falsch verbreitet wurde, obwohl ich in der Vergangenheit dem Betroffenen schon mehrfach mitgeteilt hatte, dass dies nicht richtig ist.

Den Kommentar bezüglich dem "halbwissenden Bernd Sch." habe ich auch erhalten, incl. dem Foto "Die Dummheit des Bernd S."

Deshalb hatte ich den 153 und die Mail des Solarkritikers auf meinem Blog nochmals zum Thema gemacht. Der Beitrag konnte inzwischen mit einem Passwort versehen werden, da mir inzwischen eine weitere Mail des Solarkritikers vorliegt.
"Alle haben Fehler gemacht und alle lagen teilweise richtig..."

Damit ist die Sache für mich erledigt. Ich vermute, dass ihr Kommentar zu dieser letzten Mail des Solarkritikers beitrug.

Auch wenn der Solarkritiker hier mal nicht richtig lag, so ist doch erwähnenswert, dass er normalerweise sehr genau recherchiert.

Caesar hat gesagt…

Es freut mich, dass Sie die Auseinandersetzung beigelegt haben.

Ich finde übrigens auch die genauen Recherchen des Solarkritikers und seine überzeugenden Belege und detailreichen Schilderungen sehr gut. So viel Mühe macht sich nicht jeder, und ich finde es nach wie vor schade, dass SOLARKRITIK.DE abgeschaltet wurde.

Rainer Hoffmann hat gesagt…

Ich möchte abermals klarstellen, daß ich bezüglich der angeblichen "Schuld/Unschuld des § 153 StPO" richtig recherchiert hatte. Denn ich habe immer auf die Gefahr hingewiesen, dass trotz einer angeblichen "Schuld/Unschuld nach § 153 StPO" eine ZIVILRECHTLICHE (!) Schadensersatzklage folgen kann, in die auch sogar eigene Anwälte die eigenen Mandanten missbräuchlich reinlaufen lassen. Wenn über diese zivilrechtlich missbräuchlichen Machenschaften der Juristen ein Mandant nicht informiert ist, nutzt ihm seine "UNSCHULD nach § 153 StPO" reichlich wenig. Ich habe diese zivilrechtlich- missbräuchlichen Machenschaften der Juristen zweimal (!) live (!) erlebt.

Ich bestätige, dass ich bezüglich des Unterschieds § 153 und § 153a StPO nicht richtig lag, was über bezüglich meines argumentativen Hinweises über den zivilrechtlichen
Missbrauch der (Un)schuld nach § 153/§ 153a StPO für die Diskussion ohne Belang gewesen ist.

Deshalb bedanke mich für die erhellende Diskussion über das Thema § 153/§153a StPO, was nun auch bei mir bezüglich der feinen Unterschiede für die letztendliche Klarheit gesorgt hat.

Ich würde mir so eine Diskussion auch mit verantwortlichen, aber leider zu sehr eitlen Juristen wünschen.

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