Dienstag, 23. April 2013

Borgböhmer´s Waldesruh am 19.04.2013

Ein besonderes Restaurant im Grünen.

Im Weitmarer Forst in Bochum-Sundern, also mitten im Grünen, liegt das Restaurant „Waldesruh“ der Familie Borgböhmer. Dieses Restaurant hatte ich im August 2002 durch „Bochum Kulinarisch“ kennengelernt. Im Herbst 2002 war ich dort erstmalig zum Essen und schwer begeistert, sowohl vom Haus als auch von dem, was Küche und Keller zu bieten hatten. Bei diesem ersten Besuch, als man mich noch nicht kannte, wurde ich für einen Tester gehalten (was mir übrigens schon öfter passiert ist!). In den folgenden Jahren wurde ich dort Stammgast und ging in regelmäßigen Abständen hin. Mit den Brüdern Borgböhmer – Heino (dem Manager) und Gerd (dem Küchenchef), stand ich irgendwann sogar auf „Du“. „Ach, da ist ja wieder unser liiiiieeber Gourmet.“, sagte Heino immer, wenn ich ankam. Die Besuche bei Borgböhmer waren jedenfalls immer ein besonderes Gastronomie-Erlebnis und fest in meinem kulinarischen Jahresplan.

Die neue „Waldesruh“ bei Tage.

Dann aber war es plötzlich damit vorbei, denn am 13. März 2010 kam der verheerende Brandanschlag, der die „Waldesruh“ komplett vernichtete. Doch es konnte und durfte nicht sein, dass ein so bekanntes, beliebtes und traditionsreiches Bochumer Lokal damit für immer verschwand, und so bauten die Brüder Borgböhmer die „Waldesruh“ wieder auf – zu neuem Glanz und mit einem neuen Gesicht. Im Sommer 2011 war der Wiederaufbau abgeschlossen und die „Waldesruh“ wurde neu eröffnet. 2012 waren die Borgböhmers auch bei „Bochum Kulinarisch“ wieder dabei (ich berichtete). Und ich hatte mir schon seit langem vorgenommen, endlich mal wieder dort hinzugehen und das neue Haus persönlich kennenzulernen, doch dann kam meist etwas dazwischen und ich schob es immer wieder auf. Doch „aufgeschoben“ ist ja nicht „aufgehoben“ - erst recht nicht in diesem Fall. Und so tat ich am Freitag, dem 19. April endlich das, was ich schon seit langem tun wollte: Endlich mal wieder bei Borgböhmer essen gehen und die neue „Waldesruh“ kennenlernen!

Die Brüder Heino und Gerd Borgböhmer.

Das Wetter ist nach diesem sehr langgezogenen Winter in diesem Jahr nun endlich besser geworden, und man merkt endlich, dass Frühling ist – allerdings macht sich nun auch der Heuschnupfen bemerkbar. Jedenfalls war es an diesem Abend angenehm und trocken. Ich fuhr mit dem Taxi hin (wie ich es auch damals schon gemacht habe). Zuerst sah ich mir die „Waldesruh“ von außen an, dann ging ich hinein. Innen war überall ein sehr edles, geschmackvolles Ambiente. Als ich mich an der Theke vorstellte, wurde ich in den ersten Raum geführt, den sogenannten „Smaragd-Salon“, wo ich mir meinen Tisch sogar selbst auswählen konnte, da an diesem Abend nicht sehr viele Gäste da waren und in diesem Raum außer mir nur noch ein weiterer Tisch besetzt war. Und so wählte ich den Tisch, von dem aus man durch das Fenster die beste Aussicht auf die Minigolf-Anlage und die umliegende Natur hatte, bis hin zur Sternwarte (auch wenn es während des Essens dunkel wurde).

Der „Smaragd-Salon“, in dem ich an diesem Abend speiste.

Dann wählte ich meine Speisen und Getränke aus. Und wie bereits damals schon, so stellte ich mir auch jetzt wieder ein excellentes Menü in fünf Gängen zusammen und wählte auch die passendes Weine hierzu aus, welche karaffenweise serviert wurden. Bedient wurde ich übrigens von Herrn Schmidtpeter und Herrn Ivan. Letzteren kannte ich noch aus der „alten“ Waldesruh.

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Und hier ist das Menü dieses Abends:

Als Aperitif ein Sherry Dry.

Als Amuse Bouche gab es etwas Lachsmousse mit Baguette.

1. Gang – Vorspeise:
Gebratenes Filet vom Kaninchen
mit frischen Kräutersaitlingen und Cumberland-Preisselbeeren
an Blattsalaten in Aprikosen-Vinaigrette

2. Gang – Suppe:
Badisches Kartoffelcrémesüppchen
mit Lauch und geräuchertem Lachs und Forelle

3. Gang – Fisch:
Gebratene Jakobsmuscheln
an Blattspinat, Tomate und Champignons
mit Kräuterbutter gratiniert

Wein von der Vorspeise bis zum Fisch:
Sauvignon Blanc,
ein leichter Weißwein aus Südafrika, 2011

4. Gang – Hauptgericht:
Rumpsteak „Strindberg“
vom argentinischen Black-Angus-Rind
unter einer Zwiebel-Senf-Kruste,
dazu Pfeffersauce, Bratkartoffeln und gemischte Pilze

Wein beim Hauptgericht:
Côtes du Rhone,
ein trockener französischer Rotwein, 2010

5. Gang – Dessert:
Créme brûlée mit frischen Früchten,
dazu Gourmet-Eiscréme am fruchtigem Himbeermark

Danach noch einen Kaffee.

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Dieses Menü war einfach ausgezeichnet, sowohl die Speisen als auch die dazu gereichten Weine. Es wurde also ein wunderbarer kulinarischer Abend mit allem, was dazu gehört in der neuen „Waldesruh“. Jetzt merkte ich richtig, wie sehr ich es vermisst hatte! Während des Desserts kam Heino Borgböhmer zu mir an den Tisch, begrüßte mich und setzte sich zu mir. Auch Gerd kam kurz vorbei und wir unterhielten uns einen Moment. Die anderen Gäste waren mittlerweile gegangen, so dass ich am Ende der letzte Gast war.

Nachdem ich dann bezahlt hatte, führte mich Heino durch die neue „Waldesruh“ und zeigte mir alles: Die diversen Räume für die Gäste, alle unterschiedlich groß und sehr exquisit und edel eingerichtet, und mit sehr schönen Namen wie z.B. Bellevue, Belvédère, Bernsteinstube, Smaragd-Salon, und – für jüngere Gäste – der Partyraum „Borgis“. Auch die Küche und den Weinkeller zeigte er mir. Ich muss zugeben, dass ich geradezu begeistert bin von dem neuen Haus und seinem Ambiente. Anschließend setzen Heino und ich uns noch nach vorne in die Halle, tranken noch einen leckeren Cognac (und ich glaube, später auch noch ein Bier) und unterhielten uns noch eine Weile über verschiedene Dinge. Später rief ich dann über mein Handy ein Taxi, was etwas dauerte, bis es kam, weil an diesem Abend in Bochum wieder irgendetwas mit Fußball war. Dann verabschiedete ich mich und fuhr mit dem Taxi wieder nach Hause, wo ich, so glaube ich, um kurz vor 1.00 Uhr eintraf.

Ich versuchte noch, mir dann noch einen guten Film anzusehen (allerding ohne Cognac, denn den hatte ich ja schon!), aber ich war dann doch schon zu müde und schlief irgendwann ein.

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