Mittwoch, 13. August 2014

Bochum Kulinarisch 2014

Wie in jedem Jahr, so fand auch 2014 im August wieder mein Lieblingsfest in Bochum statt, nämlich „Bochum Kulinarisch“, und zwar vom 6. bis zum 10. August. Ich hatte mich schon Monate vorher darauf gefreut und hatte für dieses Jahr sogar einige Beiträge vorbereitet, die ich als Überraschung für alle anderen auf dem Fest bringen wollte, und wodurch das Fest, gerade bei der Eröffnung, mit Sicherheit bereichert worden wäre. Doch daraus wurde leider nichts. Es ging alles schief.

Viele Köche ...

Am Mittwoch, dem 6. August 2014, war das Wetter sehr warm und sonnig, wie auch in den letzten Tagen. Es sah alles gut aus. Den Vormittag über arbeitete und probte ich noch an meinem besonderen Überraschungs-Beitrag und stellte mir schon die Reaktionen der Veranstalter und Gäste vor. Am Nachmittag duschte ich, zog mich fein an und fuhr mit der U-Bahn in die Innenstadt, bis zum Rathaus. Dort steckte ich mir meine Ehrengast-Plakette an und ging frohgelaunt, voller Vorfreude und nichts Böses ahnend auf den Rathausvorplatz, wo bereits einige Leute versammelt waren.

Seit vier Jahren bin ich Ehrengast am Eröffnungstag von „Bochum Kulinarisch“. Damit hatte bis jetzt auch kein Mensch irgendein Problem. Und so ging ich natürlich auch in diesem Jahr automatisch davon aus, wieder Ehrengast zu sein. Ich hatte ja keinen Grund, etwas anderes anzunehmen, und vor allem hatte mich auch niemand informiert, dass in diesem Jahr irgendetwas anders sei. Insofern traf mich das, was dann kam, ziemlich unvorbereitet und deshalb um so härter:

Kaum war ich auf dem Rathausvorplatz angekommen, erfuhr ich von Heinz Bruns, dass die Ehrengast-Plaketten, so wie ich eine habe, in diesem Jahr nicht mehr gelten. Stattdessen gab es jetzt kleine orangene Umhänge-Schildchen für die Ehrengäste. Also begab ich mich an dem Gästeempfangs-Tisch, an welchem zwei Damen diese Schildchen ausstellten und ein Mann namens Ralph Klein, den ich aus den letzten Jahren vom Sehen her kenne, das alles überwachte. Ich stellte mich vor und bat die Damen, mir auch so ein Schildchen auszustellen. Sie sahen kurz in ihre Gästeliste und antworteten, dass ich aber nicht auf der Liste stünde. Ich erklärte ihnen daraufhin, dass ich aber schon seit Jahren als Ehrengast am Eröffnungstag dabei bin. Ralph Klein wusste das, denn er kennt mich aus den vergangenen Jahren. Doch er weigerte sich, mir zu helfen, und sagte nur: „Wenn Sie nicht auf der Gästeliste stehen, sind Sie eben nicht dabei und kriegen kein Schildchen. So einfach ist das! Thema durch!“ – Über diese unfreundliche Art war ich doch sehr erstaunt. Hatte ich diesem Mann persönlich etwas getan oder was hat er gegen mich?

Man hätte das Problem sehr schnell und einfach lösen können. Ralph Klein als scheinbar Verantwortlicher hätte einfach nur den Damen sagen müssen: „Stellen Sie dem Herrn xxxxx bitte auch ein Schild aus, er ist jedes Jahr dabei.“ – Doch das tat er nicht und wollte es auch nicht. Er behandelte mich ziemlich abweisend. Er war nicht bereit, das Problem zu lösen. Er war auch nicht bereit, auf Fragen meinerseits (z.B. warum ich nicht auf der Gästeliste stehe und ob er denn weiß, dass ich in den letzten Jahren immer als Ehrengast dabei war (natürlich weiß er das!)) zu antworten und kanzelte mich ziemlich arrogant ab. Er weigerte sich sogar, überhaupt mit mir zu sprechen (Zitat: „Ich werde nicht mit Ihnen diskutieren!“). Er tat so, als hätte ich etwas verbrochen. Er behandelte mich wie einen dummen Penner, der dort nichts zu suchen hätte (Zitat: „Jetzt gehen Sie mal hier von dem Tisch weg!“).

Ich habe es sicherlich nicht nötig, mich so behandeln zu lassen von jemandem, der auch nichts Besseres ist. Leider wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, für welche Firma der Herr Klein arbeitet. Sonst hätte ich nämlich mal direkt mit seinem Chef geredet, der kurz darauf auch auf den Platz kam und der mich aus den letzten Jahren ebenfalls kennt.

Die gute Stimmung war jetzt bereits vergangen und ich überlegte mir ernsthaft, wieder nach Hause zu fahren. Wie soll man denn ein Fest noch genießen, wenn man schon vor der Eröffnung des Festes so abgekanzelt wurde???

Dann erfuhr ich, dass Helmut Wicherek, der sonst immer die Eröffnung macht, vor ein paar Tagen einen Herzinfarkt erlitten hatte. Er war zwar inzwischen aus dem Krankenhaus heraus und sogar auf dem Fest anwesend, aber verständlicherweise zur Eröffnung nicht in der Lage. Aus diesem Grund sollte Heinz Bruns die Eröffnung machen, dann sollte nur noch kurz die Oberbürgermeisterin sprechen und sonst niemand. Den Beitrag, den ich extra vorbereitet hatte, konnte bzw. durfte ich deshalb auch nicht bringen – obwohl das ohne weiteres möglich gewesen wäre. Doch es wurde nicht zugelassen.

Nach und nach füllte sich dann der Rathausvorplatz mit den anderen Ehrengästen (DIE hatten alle eine Einladung und ein Schildchen bekommen!), den Sponsoren sowie den Gastronomen und ihren Teams. Es waren immer die gleichen, und wir alle kennen uns schon (z.B. Frau Melsa, Herr Brucks, Herr Stix, etc.). Wir begrüßten uns und hielten Small-Talk.

Um 17.00 Uhr ging es dann los: Die Parade zur Eröffnung begann, vom Rathausvorplatz über den Bongard-Boulevard. Vorneweg fuhr ein Traktor, der einen Wagen hinter sich herzog, auf welchem die Chefs der 16 teilnehmenden Gastronomie-Betriebe sowie unsere Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz saßen (diese trug übrigens die Kochjacke, die ihr im letzten Jahr geschenkt wurde). Dahinter gingen die Ehrengäste, und dahinter die Teams der einzelnen Gastronomie-Betriebe, natürlich wieder mit lautem Tamtam und Töpfegeklapper. Ich ging bei dieser Parade natürlich auch mit, denn das konnte mir ja zum Glück nicht verboten werden. Auf der Mitte des Bongard-Boulevards, auf dem alle Stände wie üblich aufgebaut waren, hielt der Traktor und somit der Eröffnungszug an. Heinz Bruns machte die Eröffnung vom Wagen aus, dann sprach Oberbürgermeisterin Scholz ein paar Worte. Es ging alles sehr schnell, und dann war „Bochum Kulinarisch“ 2014 offiziell eröffnet.

Die Ehrengäste wurden dann in den „VIP-Bereich“ geführt. Dieser war aber diesmal nicht wie sonst all die Jahre am Stand von Gasthaus Weiß, sondern ziemlich versteckt hinter dem Fiege-Bierstand. Warum war das so? An dem schmalen Durchgang zu diesem Bereich baute sich Ralph Klein auf wie ein Türsteher und kontrollierte, ob auch ja alle Hereinkommenden das orangene Schildchen tragen. Es war einfach unfassbar! So eine Vorgehensweise auf einem Fest wie diesem ist doch geradezu peinlich, wirklich dermaßen peinlich … ich frage mich ernsthaft, was die Veranstalter sich dabei gedacht haben. (Später erzählte mir jemand, dass das Speisenangebot in diesem Bereich auch nicht das war, was man aus den vergangenen Jahren aus dem VIP-Bereich am Gasthaus-Weiß-Stand gewohnt war.)

Meine Stimmung war bereits auf dem Tiefpunkt, aber ich versuchte dennoch, mein Bochumer Lieblingsfest zu genießen, soweit das jetzt noch möglich war. Ich ging dann zum Stand vom Haus Kemnade und bestellte mir dort ein Hummerbratwürstchen und einen Weißwein. Das ging zwar netterweise auf´s Haus, doch konnte es die Stimmung nicht mehr viel anheben. Danach ging ich über den Boulevard und sah mir die anderen Stände an. Ich traf dann noch Herrn Wicherek und sprach kurz mit ihm. Er war noch sehr geschwächt. Ich wünschte ihm gute Besserung und sagte ihm, dass er uns allen doch noch einige Jahre erhalten bleiben möge. Denn was wäre „Bochum Kulinarisch“ ohne Helmut Wicherek?

Dann verschlechterte sich das Wetter und es begann zu regnen. Es wurde sogar ein ziemlich heftiger Regen mit starkem Wind. Man kann schon fast von einem Unwetter sprechen. Und das am Eröffnungstag! Da konnte man nur schnell an einem Tisch unter den großen Festschirmen Schutz suchen. Und das Unwetter hörte nicht so schnell wieder auf. Die Stimmung war nun endgültig im Keller.

Das Unwetter machte mir aber die Entscheidung leichter, wieder zu gehen. Lust auf das Fest hatte ich nach dem Fauxpas, der schon vor der Eröffnung anfing, sowieso nicht mehr so richtig. Ich wollte mir zwar eigentlich noch das Feuerwerk um 22.00 Uhr ansehen, bezweifelte aber, dass das bei diesem Wetter noch halbwegs schön sein wird. Als der Regen dann einigermaßen nachgelassen hatte, ging ich zur nächsten U-Bahn-Station und fuhr wieder nach Hause.

Sicher hätte ich in den folgenden Tagen noch zu „Bochum Kulinarisch“ gehen können, zumal dann auch das Wetter besser war. Doch nach allem, was am Eröffnungstag schiefgelaufen war, hatte ich keine Lust mehr. Vielleicht kennen ja viele das Problem: Wenn bei einer bestimmten Sache schon der Anfang verdorben wird, hat man auf die Fortsetzung keine Lust mehr; die ganze Freude ist weg. So war es auch hier: Ich war einfach bedient.

Seit 12 Jahren bin ich guter Stammgast bei „Bochum Kulinarisch“, und zwar meist an mehreren Tagen. Ebenso lange bin ich auch guter Stammgast in mehreren Restaurants, die daran teilnehmen, und die ich immer wieder gerne besuche. Bestimmt nicht ohne Grund bekam ich vor vier Jahren die Ehrengast-Plakette. 
Daran hatte auch noch nie jemand etwas auszusetzen. Dann aber einem solchen Stammgast seinen seit 4 Jahren bestehenden Ehrengast-Status plötzlich abzuerkennen (warum auch immer!), und ihn noch nicht einmal rechtzeitig darüber zu informieren, ist wirklich schon in höchstem Maße unfair, um nicht zu sagen: unverschämt. Besonders, wenn man dann auch noch von jemandem wie Ralph Klein so arrogant abgekanzelt wird.
 
Wenn es in diesem Jahr heißt: „Nur die Sponsoren sind Ehrengäste!“, dann frage ich: Wie oder was muss ein Sponsor sein? „Sponsoren“ sind „Unterstützer“. Doch wie genau muss diese Unterstützung aussehen? Gelten als „Unterstützer“ nur solche Leute, die das Fest finanziell oder im Rahmen ihrer eigenen Firma unterstützen? Wenn es nur danach geht, dann trifft das auf mich nicht zu. Ich habe nämlich nicht so viel Geld und keine eigene Firma. Doch Unterstützung kann auch anders aussehen. Zum Beispiel in Öffentlichkeitsarbeit, Reklame und Mundpropaganda. Und genau das mache ich und habe es schon Monate zuvor getan. Ist das denn nichts?

Keiner der Veranstalter und Gastronomen weiß, was ich vorbereitet hatte, welchen Beitrag ich auf dem Fest bringen wollte und welche Überraschung ich in petto hatte. Davon hätten alle nur profitiert. Und vor allem habe ich das alles völlig unentgeltlich getan. Doch wenn es partout nicht zugelassen wird … tja, dann kann ich nur sagen: Leute, ihr seid selber Schuld. Vielleicht wäre ja sogar noch ein Prominenter als Gast erschienen? Wer weiß? – Meine Mitmenschen trauen mir eben noch immer zu wenig zu, nehmen mich nicht ganz für voll und glauben nicht, dass ich gute Beiträge leisten kann. Aber schneiden sie sich damit nicht ins eigene Fleisch? – In diesem Jahr war es jedenfalls ein gewaltiger Fauxpas.

Schade, sehr schade. In diesem Jahr hat es mit „Bochum Kulinarisch“ leider nicht in dem erhofften Sinne geklappt. In diesem Jahr gab es einen gewaltigen Fauxpas. Jetzt muss ich also ein ganzes Jahr warten und darauf hoffen, dass 2015 alles klappt. Und falls es denn wirklich unumgänglich sein sollte, dass ich für den Ehrengast-Status eine Gegenleistung oder sonst etwas erbringen muss, dann biete den Veranstaltern hiermit an, freiwillig und unentgeltlich im Rahmen meiner Möglichkeiten bei der Organisation zu helfen. Ich bin doch bereit, gute Beiträge zum Gelingen dieses Festes zu leisten. Und meine Überraschung kann ich mir ja noch für das nächste Jahr vorbehalten, nicht wahr?

Das einzige, was geklappt hat, war eine Video-Grußbotschaft. Aus ihr ist der folgende Screenshot. Dreimal dürfen Sie raten, an wen diese Grußbotschaft ging.


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