Samstag, 27. September 2014

Gegenseitiger Respekt

Im Umgang mit anderen Menschen ist gegenseitiger Respekt das Wichtigste. Das ist eigentlich selbstverständlich, und es wird den meisten Menschen schon als Kind beigebracht; zumindest sollte es das. Doch leider ist ein respektvoller Umgang miteinander heute oft Mangelware, und viele Menschen lassen es an dieser einfachen Selbstverständlichkeit fehlen. Das ist leider immer wieder zu erleben. Aus diesem Grund möchte und muss ich hier einmal ein paar Worte darüber verlieren.


Jeder Mensch hat Anspruch auf Respekt.
Das ist das Wichtigste, das nie vergessen werden sollte. Das sollte jeder beherzigen.

Es kommt nicht darauf an, wer oder was man ist. Jeder Mensch verdient Respekt.
Egal ob Millionär oder Bettler. Egal ob Politiker oder Hilfsarbeiter. Egal ob Mann oder Frau. Egal ob Schwarz oder Weiß. Egal ob Christ oder Moslem. Egal ob Behindert oder Gesund. Egal ob Hetero oder Homo. Egal ob Kind oder Erwachsener.

In Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes heißt es:

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Außerdem heißt es in Artikel 1 Absatz 1:

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Diese Grundrechte des Menschen gelten in erster Linie gegenüber dem Staat. Doch sollten sie auch unter Privatpersonen Gültigkeit haben. Jeder Mensch hat von Natur aus eine Würde kraft seines „Mensch-Seins“, und diese Würde sollte von jedem beachtet werden. Aus ihr ergibt sich der natürliche Achtungsanspruch eines Menschen. Das natürliche – wenn auch ungeschriebene, aber gesellschaftlich anerkannte – Recht, von seinen Mitmenschen respektiert zu werden, und mit Höflichkeit, Anstand und Fairness behandelt zu werden.


Ich kenne da jemanden, der immer wieder die Erfahrung machen muss, dass andere Menschen ihn nicht ganz für voll nehmen und glauben, sie könnten sich mit ihm alles erlauben. Doch woran liegt das? Warum denken die Menschen das? Inzwischen ist er zu dem Schluß gekommen, dass es vielleicht an seinem Aussehen liegen kann. Er hat nämlich einen etwas knuddeligen, pausbackigen, treuherzigen Gesichtsausdruck mit einer sehr komisch und untypisch geformten Nase. Deswegen denken wohl viele, er sei ein wenig naiv, treudoof und unerfahren, und sie könnten ihn leicht verarschen und sich mit ihm alles erlauben. Doch das ist ein ganz fataler Trugschluss, ein sehr unmenschlicher Irrtum; denn der Mann ist in Wirklichkeit ein studierter, hochintelligenter Akademiker. Man sieht es ihm aber nur leider nicht an, und viele wissen es auch nicht. Zu seinem etwas knuddeligen, nicht sehr maskulinem Gesicht kommt noch, dass seine Stimme auch nicht sehr männlich klingt und er recht pummelig ist. Diese äußere Erscheinung scheint wohl der Grund für viele Respektlosigkeiten zu sein, die andere sich immer wieder mit ihm erlauben. Offensichtlich denken sie sich: „Och, was ist das denn für eine treudoofe, knuddelige Figur? Mit dem kann man ja alles machen!“ – So über einen Menschen zu denken, noch dazu, wenn man ihn gar nicht näher kennt, ist äußerst respektlos, verächtlich und überaus dumm.

Jemand sagte sogar mal zu ihm: „So wie du aussiehst, bist du der typische Opfertyp!“ – Das scheinen wohl viele zu denken. Aber wieso eigentlich? Sie kennen den Betreffenden doch gar nicht. Allein vom Aussehen her Schlüsse auf den Charakter, das Wesen oder die Intelligenz eines Menschen zu ziehen, ist ein fataler Grundfehler. Noch fataler ist es, anhand dieser persönlichen Schlüsse sein Verhalten gegenüber diesem Menschen zu bestimmen und zu entscheiden, wie man ihn behandelt und wieviel Respekt man ihm zukommen lässt oder auch nicht. Wer so denkt, hat das Elementarste und Wichtigste nicht begriffen: Es kommt nicht auf das Aussehen an! Man kann und darf einen Menschen nicht nach seinem Aussehen beurteilen (oder verurteilen). Um sich wirklich ein fundiertes Urteil über einen Menschen erlauben zu können, muss man ihn schon besser kennen. Vor allem aber verdient jeder Mensch Respekt. Egal wie er aussieht. Egal was er ausstrahlt. Egal wie und was er ist. Das müssen die Menschen endlich begreifen. Unser gemeinsames Miteinander könnte viel einfacher sein, wenn nur ein paar einfache Grundregeln im Umgang miteinander beachtet würden.

Ich möchte hier noch einige weitere Beispiele von respektlosem Verhalten aufzeigen, was auf keinen Fall zu akzeptieren ist:

1.) Wenn ein Mann auf einer Feier höflich eine Dame zum Tanzen auffordert, so ist es respektlos, wenn die Dame ihm einen Korb gibt, nur weil er nicht ihren persönlichen Vorstellungen von männlicher Attraktivität entspricht (was sie natürlich in dieser Form nie zugeben würde, aber genau das scheint der Grund zu sein!). Noch respektloser ist es, wenn sich dabei andere Männer noch zu seinem Nachteil einmischen (so wie hier geschehen).

2.) Wenn ein Autofahrer einen Fußgänger, der mit schweren Einkaufstaschen eine Straße überquert, beinahe umfährt und ihm dann auch noch einen Vogel zeigt, nur weil der Autofahrer nicht bereit ist, für diesen Fußgänger mal kurz anzuhalten oder auch nur um ihn herumzufahren (das ist nicht nur extrem rücksichtslos, sondern sogar strafbar!).

3.) Wenn Leute sich frechweg vordrängeln bei einem Shuttle-Service, der für die Heimfahrten der Gäste da ist, und jemanden wegdrängen, nur weil er alleine ist und sie sind zu viert und älter (so geschah es hier). Als ob das Alter oder die Mehrzahl von Personen ein Grund für Vorrechte wären! Aber da denken sich einige wohl: „Frechheit siegt!“, was nicht gerade von Verstand zeugt. Und von Respekt schon gar nicht.

4.) Wenn Leute im Internet über andere herziehen, nur weil sie diese nicht mögen, und Beleidigungen, Pöbeleien, Lügen, Verleumdungen und Hetze verbreiten. Dafür sind gewisse Foren ja inzwischen berühmt.

5.) Was ich in diesem Jahr bei „Bochum Kulinarisch“ erleben musste, war extrem respektlos. Da fühlt man sich richtig verarscht.

Es gibt noch viele weitere Beispiele, aber die kann ich hier nicht alle aufzählen. Dafür reicht die Zeit und der Platz nicht. Ich werde aber bei nächster Gelegenheit noch welche nennen, im entsprechenden Zusammenhang.


Wie gesagt, gegenseitiger Respekt ist das wichtigste Element im Umgang miteinander. Das sollten alle beherzigen. Jeder Mensch hat eine Würde und einen natürlichen Achtungsanspruch, und zwar völlig unabhängig davon, wie er aussieht, was er ist oder was er hat. Darum ist es so wichtig, dass jeder Mensch von seinen Mitmenschen mit Höflichkeit, Anstand und Respekt behandelt wird. Das darf nicht vergessen werden.

Zum Schluß bleibt noch die Frage: Unter welchen Umständen verdient ein Mensch keinen Respekt mehr? Diese Frage stellen sich nach diesem Artikel bestimmt einige. Darum möchte ich versuchen, auch diese Frage zu beantworten: Es hat nichts mit dem zu tun, was ein Mensch ist – sondern nur mit dem, was er tut. Wenn ein Mensch wirklich schlimme, menschenverachtende Dinge tut, dann verwirkt er erst damit seinen Anspruch, von seinen Mitmenschen respektiert zu werden. Es muss sich dabei aber schon um wirklich schlimme, abscheuliche und verachtenswerte Dinge handeln. Zum Beispiel: Mord und Totschlag, Terror, Fremdenfeinlichkeit und Angriffe auf Wehrlose. Oder Kinder zu missbrauchen oder zu misshandeln (oder zu entführen!). Oder jemanden böswillig falsch zu beschuldigen und zu verleumden. Oder als Richter einen unschuldigen Menschen ins Gefängnis oder in die Psychiatrie zu stecken. Nur Leute, die so etwas tun, verdienen keinen Respekt mehr. Denn sie haben ja durch ihre Taten gezeigt, dass sie andere auch nicht respektieren.

Solange aber jemand solche schlimmen Dinge nicht tut, hat er einen Anspruch darauf, von seinen Mitmenschen respektiert zu werden. Jeder Mensch hat seine Würde und einen natürlichen Anspruch darauf, von seinen Mitmenschen anständig und mit Respekt behandelt zu werden. Es kommt dabei nicht auf das Alter, das Geschlecht, die Rasse, die Nationalität, die Herkunft, die Religion, den Beruf, den Besitz, die Bildung, die soziale Stellung oder die politischen und weltanschaulichen Einstellungen an. Und schon gar nicht kommt es dabei auf das Äußere eines Menschen an. Wer möchte denn beurteilen, wann jemand „schön“ oder „hässlich“ ist? Es kann sich ja kein Mensch selber malen. Wichtig sind doch vor allem die inneren Werte eines Menschen, und nicht sein Äußeres. Auch das wird aber noch immer zu oft vergessen, deshalb sage ich es hier noch einmal deutlich: Jeder Mensch, egal wie er aussieht, was er ist oder was er hat, verdient Respekt. Das ist eine Grundvoraussetzung für ein friedliches Miteinander und für jede menschliche Gemeinschaft. Ich bitte alle, die das hier lesen, darum, dieses eigentlich Selbstverständliche zu beherzigen.



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Nachtrag 30.09.2014:

Leider musste ich in gewissen Foren und Blogs lesen, dass manche Leute den Sinn dieses Artikels hier nicht ganz verstehen und mich sogar für leicht gestört halten. Deshalb ein paar Worte zur Richtigstellung: Warum schreibe ich so etwas?

Es gibt nunmal Dinge, die mich stören und die ich nicht mag. Soll ich die alle hinnehmen und herunterschlucken? Nein, das ist nicht einzusehen. Dann ändert sich ja nie etwas. Ich möchte aber gerne, dass sich etwas ändert. Auch wenn das jetzt naiv klingen mag, denke ich irgendwo immer, dass sich vielleicht etwas ändern könnte, wenn nur die richtigen Leute meine Berichte hier lesen und dann ein wenig nachdenken. Darum schreibe ich darüber. Es ist mir wichtig, die Leute auf bestehende Probleme und Mißstände aufmerksam zu machen. Denn nur dann besteht die Chance, dass sich etwas ändert. Aber ganz bestimmt nicht, wenn man nur schweigt.

Mein eigenes Selbstbewusstsein in völlig in Ordnung, und das ist auch sehr stark, wie ich finde. Was mich stört, ist eben nur das Verhalten anderer. Und warum sollte ich nicht mal darüber schreiben?

Zum Thema Tanzen: Ich bin sicher, keinen Fehler gemacht zu haben. Es liegt hier nur an den anderen, an deren Wahrnehmung und wie sie ihr Gegenüber sehen bzw. beurteilen.

Wie sich etwa hier die Verfasserin über einen jungen Mann äußert, der ihr nichts getan hat, ist ja wohl ungeheuerlich: http://www.repage.de/member/micha31/31122010silvester2.html

Eine andere „Dame“, die zu dieser Truppe gehört, äußert sich hier:
Zitat daraus: „Sabrinas Tanzpartner war nicht gerade der super Hit und konnte auch nicht wirklich tanzen.
... nicht gerade der super Hit.“ – Was bitte kann denn damit gemeint sein, wenn nicht das Äußere des Mannes? Anderes bei ihm kann sie nach so einer flüchtigen Begegnung gar nicht beurteilen, da sie ihn gar nicht kennt. Dass er „nicht wirklich tanzen“ konnte, ist im übrigen eine Lüge, denn das konnte bzw. kann er sehr wohl.
Diese Sabrina hat auf ihrer – mittlerweile gelöschten – Seite noch weitere Lügen und Beleidigungen über diesen Mann von sich gegeben.

Frauen, die so etwas schreiben (über Männer, die sie überhaupt nicht kennen, bestenfalls flüchtig) müssen doch sehr gestört sein und wohl auch ein grundsätzliches Problem mit Männern haben. Leider tauchen die in jedem Jahr wieder auf den Silvesterpartys auf.

Zum Thema „Bochum Kulinarisch“: Ich bekam 2010 meine Ehrengast-Plakette. Auf den Plaketten stehen aber keine Jahreszahlen, es waren in jedem Jahr immer die gleichen. Ich konnte und durfte mit meiner Plakette also auch 2011, 2012 und 2013 dort hingehen und im VIP-Bereich speisen. Damit hatte nie irgendjemand ein Problem, es wurde von allen so akzeptiert. Ich gehörte fest dazu, und das war inzwischen allen bekannt. Wenn in diesem Jahr, aus welchen Gründen auch immer, etwas geändert wurde, ist das eine Sache. Das Gemeine aber war, dass ich über diese Änderung nicht vorher informierte wurde und dann so unhöflich abgekanzelt wurde.

Ich weiß natürlich, dass man nicht immer den Respekt bekommen kann, den man verdient, und dass Respektlosigkeiten wie die oben geschilderten eigentlich „Alltag“ sind. Deshalb sollte man da eigentlich drüberstehen. Doch geht es mir aber vor allem um zwei Dinge:

1. Die Frage: MUSS man sich alles gefallen lassen?

2. Die Folgen: Wenn mir ein bestimmtes Ereignis verdorben wird, dann muss ich erst ein ganzes Jahr warten, bis die nächste Chance besteht, dass das Ereignis gut geht und klappt. Meint ihr denn, ich hätte Lust, ständig nur zu warten? Ich werde doch auch immer älter. Wer weiß denn, ob ich in einem Jahr noch da bin?

Es geht nur darum, dass sich solche Respektlosigkeiten nicht wiederholen und man sich durch so etwas nicht das Leben gegenseitig schwer macht. Das ist meine Intention, das strebe ich damit an. 
 
*****

Kommentare:

NDR hat gesagt…

"Wenn Leute im Internet über andere herziehen, nur weil sie diese nicht mögen, und Beleidigungen, Pöbeleien, Lügen, Verleumdungen und Hetze verbreiten. Dafür sind gewisse Foren ja inzwischen berühmt."

So was gibt es auf meinem Blog nicht!

Caesar hat gesagt…

@NDR:

Na, dann müssen ich und andere ja seit Monaten träumen ...

Übrigens: Heißt es nicht ... "Nur getroffene Hunde bellen."...?

:)

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