Mittwoch, 26. August 2015

Bochum Kulinarisch 2015

Auch in diesem Jahr fand im August wieder „Bochum Kulinarisch“ statt, mein Lieblingsfest in Bochum und eines der Highlights des Sommers, und zwar vom 5. bis zum 9. August 2015. An zwei Tagen war ich dabei, allerdings gab es nach den schlechten Erfahrungen, die ich im letzten Jahr auf diesem Fest machen musste, im Vorfeld noch einiges zu klären.


Der Kampf um den Ehrengast-Status

Vier Jahre lang (2010, 2011, 2012 und 2013) war ich Ehrengast bei „Bochum Kulinarisch“. 2014 aber wurde mir dieser Ehrengast-Status ohne vorherige Anküdigung auf sehr unverfrorene und respektlose Weise verweigert, was mir das Fest 2014 von Anfang an gründlich verdorben hatte. Darüber berichtete ich hier. Damit in diesem Jahr nicht wieder so etwas passiert, habe ich mich vorher rechtzeitig um den Ehrengast-Status bemüht; zumindest wollte ich vorher wissen, ob ich Ehrengast sein darf oder nicht.

Im Zuge dieser Klärung wandte ich mich Anfang Juli 2015 per E-Mail an die Veranstalter und Organisatoren mit folgender Anfrage:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte darum, mir zeitnah mitzuteilen, ob ich am Eröffnungstag von Bochum Kulinarisch 2015 Ehrengast bin oder nicht.

Im letzten Jahr durfte ich nämlich, obwohl ich vorher 4 Jahre lang in Folge Ehrengast war, plötzlich kein Ehrengast mehr sein, ohne Angabe von Gründen, und wurde darüber noch nicht einmal vorher informiert, sondern bei meiner Ankunft vor dem Rathaus kurz vor der Eröffnung plötzlich vor die vollendete Tatsache gestellt und dann auch noch sehr unhöflich und arrogant abgekanzelt.

Bochum Kulinarisch 2014 wurde mir dadurch gründlich verdorben.

Näheres ist hier zu lesen:

„Bochum Kulinarisch“ ist mein Lieblingsfest in Bochum und der Ehrengast-Status am Tag der Eröffnung ist mir sehr sehr wichtig. Darum würde ich dies gerne vorab geklärt wissen.

Sollten Sie zur der Entscheidung kommen, dass ich auch in diesem Jahr kein Ehrengast sein darf, so bitte ich Sie, mir dies rechtzeitig mitzuteilen, und bitte auch unter Angabe von Gründen.

Sollte ich für den Ehrengast-Status eine Gegenleistung oder sonst einen unterstützenden Beitrag zu Bochum Kulinarisch erbringen müssen, können wir gerne darüber reden, wie dieser Beitrag aussehen könnte. Meine Unterstützung biete ich an. Die pauschale Aussage „Er hat nichts damit zu tun!“ trifft jedenfalls nicht zu. Bei jemandem, der 12 Jahre lang Stammgast ist (auch in mehreren teilnehmenden Restaurants), davon 4 Jahre als Ehrengast und der, was bekannt ist, regelmäßig im Internet darüber berichtet, kann man sicher nicht sagen: „Er hat nichts damit zu tun!“. Falls das aber noch nicht reicht, können wir gerne darüber reden, was ich noch tun könnte, also wie eine Unterstützung durch mich aussehen könnte.

Ferner setze ich mich für Justizopfer und Jugendamtsopfer ein. Niemand kann behaupten, dies sei zu unwichtig oder unbedeutend. Außerdem habe ich mehrere prominente Kontakte.

Wie gesagt: Bei „Bochum Kulinarisch“ Ehrengast zu sein, ist mir sehr wichtig. Darum würde ich gerne vorher rechtzeitig Bescheid wissen.

Mit freundlichen Grüßen

(...)

Zunächst kam auf meine E-Mail gar keine Antwort, was ich schon sehr unhöflich finde. Nach mehrmaliger erneuter Nachfrage kam dann am 21.07.2015 eine E-Mail von einer Kathleen Grünke, die für die Firma Niggemann arbeitet. Der Inhaber der Firma Niggemann Food Frischemarkt GmbH ist einer der Veranstalter von „Bochum Kulinarisch“. Frau Grünke schreibt:

Sehr geehrter Herr (...),

vielen Dank für Ihre ausführliche Anfrage zur Veranstaltung.

Leider ist es uns nicht möglich Ihnen eine Einladung zur Eröffnungsveranstaltung zukommen zu lassen.


Mit freundlichen Grüßen

Kathleen Grünke | Büro
IG Bochum kulianrisch GbR mbH

Speicherstr. 4-8 | 44809 Bochum

Natürlich wurde kein Grund angegeben, warum ich keine Einladung bekomme und somit nicht Ehrengast sein darf. Aber der Grund ist mir völlig klar:

Man hält mich für zu unwichtig und unbedeutend, um Ehrengast zu sein.

Es ist nämlich so, dass die Ehrengäste ihre Speisen und Getränke am Eröffnungtag (zumindest bis 19.00 Uhr!) frei haben, also dafür nichts bezahlen müssen. Das bedeutet, dass die Speisen und Getränke, die von den Ehrengästen am Eröffnungstag in diesem Zeitraum konsumiert werden, letztendlich von den Veranstaltern bezahlt werden. Dies wollen die Veranstalter aber offensichtlich nur bei solchen Personen tun, bei denen sie sich auch etwas davon versprechen – also nur bei Politikern, Sponsoren (also reichen Leuten aus der Wirtschaft, die das Fest finanziell unterstützen) und besonderen Prominenten. Das trifft auf mich nicht zu. Ich bin kein Politiker und kein reicher Wirtschaftsboss, der das Fest finanziell unterstützen könnte. Ich habe auch keine Event-Firma, die in irgendeiner Weise zu diesem Fest beitragen könnte. Ich bin auch (noch) nicht prominent genug. Man hält mich offensichtlich nur für einen miesen kleinen Piss-Bürger, der völlig unwichtig und unbedeutend ist und es nicht verdient hat, dass man ihm auch nur eine Speise oder ein einziges Getränk ausgibt. Das ist der wahre Grund!

Damit keine Mißverständnisse entstehen: Es geht mir nicht darum, kostenlos irgendwelche Speisen oder Getränke zu bekommen. Das habe ich nun wirklich nicht nötig. Es geht mir einfach um eine gewisse „Ehre“ (wie die Bezeichnung „Ehrengast“ schon sagt!) und Anerkennung, und damit um Respekt. Immerhin bin ich seit 13 Jahren ein sehr guter Stammgast, sowohl bei „Bochum Kulinarisch“, als auch in mehreren der teilnehmenden Restaurants und ich schreibe – was bekannt ist – im Internet regelmäßig Berichte und Kritiken darüber. Ist das etwa nichts? Außerdem bin ich ja bereits vier Jahre lang Ehrengast gewesen, was von allen akzeptiert wurde und nie ein Problem war. Warum jetzt auf einmal daraus so ein Problem gemacht wird, ist nicht nachvollziehbar.

Im übrigen finde ich es auch nicht sehr klug, einen Menschen, der im Internet Berichte und Kritiken schreibt, dermaßen zu verprellen. Damit schaden sich diese Leute doch nur selbst! Ich werde jetzt jedenfalls keine besonders guten Bewertungen oder Lobhudeleien über „Bochum Kulinarisch“ mehr abgeben, sondern nur noch ganz sachlich, wertungsfrei und objektiv berichten, was sich abgespielt hat, was ich dort erlebte und was ich aß und trank – mehr nicht. Das haben sie nun davon. Negative Aspekte werde ich aber nach wie vor beim Namen nennen. Tja, Konsequenz muss eben sein!

Immerhin wusste ich – im Gegensatz zum letzten Jahr – nun vorher Bescheid, dass ich kein Ehrengast war und konnte mich entsprechend darauf einstellen und meine Besuche auf diesem Fest entsprechend planen. So blieben mir wenigstens böse Überraschungen erspart. Das ändert aber nichts daran, dass ich von den Veranstaltern sehr enttäuscht bin und daraus nun meine Konsequenzen ziehen werde.

*****

Der Eröffnungstag – Mittwoch, 05. August 2015

Es war schönes sonniges Sommerwetter – genau richtig für den Eröffnungstag. Den Vormittag gestaltete ich ruhig und gemütlich. Am Nachmittag duschte ich, zog mich fein an und fuhr dann mit der Bahn in die Stadt, bis zum Rathaus, wo ich um etwa 16.30 Uhr ankam. Ich war auch der erste, der dort eintraf. Nach und nach trudelten dann die Gastronomen mit ihren Teams ein, die Veranstalter, die anderen Ehrengäste und die Sponsoren. Dann wurde auch der Gästeempfangs-Tisch aufgemacht. Es war mal wieder ein großes Hallo, so viele Leute wiederzusehen, die ich aus den letzten Jahren bereits kannte, und mit der einen oder anderen Person ergab sich dann der üblich Small-Talk, auch mit Oberbürgermeisterin Scholz. Innerhalb einer halben Stunde war der Rathausvorplatz voll und man unterhielt sich hier und da. Auch Pressevertreter waren anwesend.

Margret Melsa, die stellvertretende Bürgermeisterin von Hattingen, war auch wieder dabei. Als ich mich mit ihr unterhielt, fragte sie mich, wo ich denn mein Ehrengast-Schildchen hätte bzw. warum ich mir denn am Gästeempfangs-Tisch keines holen würde. Daraufhin erklärte ich ihr wahrheitsgemäß, dass man mir eine klare Absage erteilt hat und ich nicht mehr Ehrengast sein darf, weil man mich für zu unwichtig und unbedeutend hält. Sie war darüber ganz sprachlos und entsetzt. Nicht einmal einen Meter weiter stand Herr Niggemann und muss dieses Gespräch mitbekommen haben. Er sagte aber nichts dazu; wahrscheinlich war es ihm unangenehm. Schade, seine Rechtfertigung hätte mich mal interessiert.

Immerhin war dieser unsägliche Ralph Klein, der mich im letzten Jahr so unhöflich und arrogant abgekanzelt hatte, diesmal nicht dabei; zumindest konnte ich ihn nirgendwo sehen. Sollte er inzwischen von seinem Chef, Herrn Fiege, vielleicht entlassen worden sein? Das wäre ja mal ein Schritt in die richtige Richtung! 

 
Um 17.00 Uhr ging es los – wie jedes Jahr! Die Eröffnungs-Parade durch die Bochumer Innenstadt begann, vom Rathaus bis zur Mitte des Bongard-Boulevards. Vorneweg fuhr der große Fiege-Bierwagen, dahinter gingen Helmut Wicherek, Heinz Bruns und Ottilie Scholz, dahinter die anderen Ehrengäste und Sponsoren und dahinter die Gastronomen und ihre Teams, natürlich wie immer mit lautem Tamtam und Töpfegeklapper. Ich ging bei dieser Parade natürlich auch mit, und zwar gleich ziemlich vorneweg, denn das konnte mir ja keiner verbieten. So ging ich mit der Parade über den Bongard-Boulevard, bis zu den kleinen Bühne, wo die Eröffnung begann. Drumherum waren alle Stände wieder so schön aufgebaut, wie man es kennt und mag. Das Flair ist das Wichtigste. Dieses Fest ist und bleibt nunmal eines der Highlights des Sommers in Bochum.

 
Helmut Wicherek hielt die Eröffnungs-Ansprache, dann sprach Oberbürgermeisterin Scholz und danach noch ein paar andere Personen. Der Direktor der Stadtwerke Bochum, ein wichtiger Sponsor, bekam einen Essenskorb geschenkt. Übrigens wird Helmut Wicherek, der 1988 überhaupt die Idee zu diesem Gourmetfest hatte, in diesem Jahr zum letzten Mal auf „Bochum Kulinarisch“ vertreten sein, da er aus sich aus Alters- und Gesundheitsgründen in den Ruhestand begeben will. Darum will er zum Ende dieses Jahres sein Hotel-Restaurant „Oekey“ schließen und danach auch nicht mehr bei „Bochum Kulinarisch“ dabei sein. Das ist sehr schade. Aber nach allem, was ihm im letzten Jahr passiert ist, kann man diese Entscheidung verstehen. Auch Ottilie Scholz war in diesem Jahr zum letzten Mal als Oberbürgermeisterin dabei. Sie will sich ebenfalls in den Ruhestand begeben und in Kürze ihr Amt niederlegen. 




 

Nach diesen Ansprachen war „Bochum Kulinarisch 2015“ offiziell eröffnet. Die Ehrengäste begaben sich sodann in den „VIP-Bereich“ (der aber auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei war und wo man sich die Speisen nicht aussuchen konnte; insofern war es vielleicht besser, dass ich nicht da drin war und an diesen erhöhten Holztischen sitzen musste). Nein, da blieb ich doch lieber frei und unabhängig und konnte mir aussuchen, was ich wollte, und wo ich wollte. Ich zog dann von Stand zu Stand und probierte hier und da die eine oder andere kulinarische Köstlichkeit. Zum Beispiel:

Sechs frische Austern auf Eis
dazu Prosecco

Wiener Tafelspitzsalat
mit Zwiebeln, Paprika, Wildkräutern und gegrillter Bauernknauze
dazu Rotwein

Unser stadtbekanntes Stielmus
mit zwei knackigen Kalbsbratwürstchen
dazu Bier

Oekey´s gegrillte halbe Ente
mit Honig-Limettensauce
dazu ein Rotwein

Eierlikör-Mascarponecréme
mit frischen Blaubeeren

Schade war nur, dass es diesmal kein Feuerwerk gab, was es sonst immer am Eröffnungstag zu späterer Stunde gab. Aber da hat man wohl mal wieder sparen wollen – so wie bei der Auswahl der Ehrengäste.

Irgendwann zu späterer Stunde fuhr ich dann mit der U-Bahn wieder nach Hause. Dort sah ich dann noch auf RTL die Sommer-Special-Show „Ich bin ein Star – Lasst mich wieder rein!“, in der ehemalige Kandidaten des legendären Dschungelcamps darum kämpfen, im nächsten Jahr (2016) wieder im Dschungelcamp dabei sein zu dürfen. Heute spielten drei Teilnehmer aus der 6. Staffel – Brigitte Nielsen, Micaela Schäfer und Aílton.

*****

Freitag, 07. August 2015

Dies war mein zweiter Tag bei „Bochum Kulinarisch 2015“. Um 18.00 Uhr fuhr ich mit der Bahn in die Stadt und ging zum Boulevard. Das Wetter war super. Und so schlenderte ich über den Boulevard und genoss in einem Zeitraum von mehreren Stunde mal diese Speise von diesem Stand, mal jene Speise von jenem Stand, und die passenden Weinchen dazu:

„Nordischer Vorspeisenteller“
mit Rauchlachs, Graved Lachs, Eismeershrimps und Aalrauchmatjes,
dazu zweierlei Dips und Gemüse-Kartofferöstis
dazu Weißwein

„I love Maki“
Kleine Maki-Variation
dazu Weißwein

„Hoppe´s Lachsburger“
Gegrilltes Norwegisches Lachsfilet mit Strauchtomate,
Rucola und Parmesan mit einer leichten Pestoremoulade verfeinert
dazu Weißwein

Borgböhmer´s Filetspitzen in pikanter Rahmsauce
mit frischen Pfifferlingen und hausgemachten Badischen Spätzle
dazu Rotwein

Die Käsetheke auf der Meile:
Fünf verschiedene französische Rohmilch-Käsesorten
mit Feigensenf, Trüffelhonig und Mini-Kastenbrot
dazu Rotwein

Zwei mit Nougat gefüllte Topfenknödel
auf Vanillesauce

Ein Gastronom, der in diesem Jahr zu ersten Mal mit seinem Stand dabei war, fiel mir aber angenehm auf, nämlich „Franz Ferdinand“. Dabei handelt es sich um ein österreichisches Restaurant mit österreichischen Spezialitäten. Ich trank im späteren Verlauf des Abends an diesem Stand noch einen Wein und unterhielt mich dabei mit dem Chef dieses Restaurants, Alessandro Maceri. Dieser war ganz erstaunt, als ich ihm erzählte, dass ich mit der berühmtesten Person Österreichs befreundet bin. Wir waren ziemlich schnell beim „Du“ und ich denke, ich werde dem „Franz Ferdinand“ demnächst mal einen kulinarischen Besuch abstatten (und dabei auch die Fotos von mir und Larissa am Klopeiner See mitbringen).

Später für ich mit der U-Bahn wieder nach Hause. Dort sah ich noch bei Kaffee und Cognac „Ich bin ein Star – Lasst mich wieder rein!“, diesmal mit drei Teilnehmer der legendären 8. Staffel, nämlich Melanie Müller, Gabby de Almeida Rinne und Michael Wendler. Der Wendler zog sich dabei noch eine ernsthafte Verletzung des Handgelenks zu, kam aber dafür ins Finale. Larissa Marolt, die „Siegerin der Herzen“ der 8. Staffel, hat es zum Glück nicht mehr nötig, sich noch einmal für so ein Format herzugeben. Ich bin sicher, sie lacht sich jetzt über die anderen, die sich immer noch dafür hergeben (müssen), ins Fäustchen – zu Recht!

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Das war Bochum Kulinarisch 2015 – das letzte Fest mit Helmut Wicherek und seinen berühmten gegrillten Enten. Auch wenn ich nicht Ehrengast sein durfte, habe ich dieses Fest, das für mich zu den Highlights des Sommers in Bochum gehört, mal wieder sehr genossen. Und eines weiß ich: Sollte ich irgendwann in Zukunft doch mal prominenter geworden sein, als ich es jetzt bin, und dann von den Veranstaltern eingeladen werden, Ehrengast zu sein, so werde ich stolz ablehnen. Das habe ich nämlich nicht mehr nötig; ebensowenig wie Larissa es nötig hat, noch einmal in den Dschungel zu gehen.

Übrigens: Brigitte Nielsen gewann das Finale, knapp vor Joey Heindle und dem Wendler, und darf somit 2016 wieder ins Dschungelcamp.

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1 Kommentar:

Schlüsseldienst Bochum hat gesagt…

Hi toller blog gefällt mir sehr hast gute arbeit geleistet, wäre gern bei gewesen als ich die fotos gesehen hab:-)

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